Als Kicker bekommt Harrison Butker eigentlich kaum Schläge auf den Kopf ab.
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Footballprofi Harrison Butker von den Kansas City Chiefs hat bei einer Rede am Benedictine College in den USA mit sexistischen und homophoben Aussagen zahlreiche Fans, aber auch Leute außerhalb des Sports verärgert. Der 28-Jährige zeichnete an der privaten katholischen Bildungseinrichtung in Atchinson, Kansas, ein veraltetes und ultrakonservatives Frauenbild.

Speziell an weibliche Absolventinnen gerichtet, sagte Butker etwa: "Gerade euch Frauen wurden die teuflischsten Lügen erzählt. Einige von euch werden vielleicht eine erfolgreiche Karriere in der Welt hinlegen, aber ich vermute, dass die meisten von euch sich am meisten auf Ehe und Kinder freuen, die sie in diese Welt setzen werden." Seine Ehefrau Isabelle sei ein gutes Beispiel für seine These, da "ihr Leben erst richtig begann, als sie ihre Berufung als Ehefrau und Mutter zu leben begann", sagte Butker. Damit habe sie den "wichtigsten Titel" für Frauen angenommen, nämlich jenen der "Hausfrau".

Männer wiederum sollen sich nicht für ihre Männlichkeit entschuldigen und die "kulturelle Entmannung" bekämpfen. Butker kritisierte in der Rede Abtreibungen per se, sprach sich deutlich gegen künstliche Befruchtung und Leihmutterschaften aus. Absolventinnen und Absolventen forderte er dazu auf, keine Pride-Veranstaltungen zu besuchen, weil sie eine "Todsünde" darstellen würden. Butker warnte vor "Tyrannei von Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion".

Harrison Butkers Rede am Benedictine College
Benedictine College

NFL verurteilt Butkers Aussagen

Kritik an Butkers Rede kam von der US-amerikanischen Profiliga. "Die NFL ist unerschütterlich in ihrem Engagement für Inklusion, was unsere Liga nur stärker macht", wird NFL-Vizepräsident Jonathan Beane vom Magazin People zitiert. Butkers Ansichten seien zu verurteilen und entsprächen nicht den Werten der Liga.

Aktivist und Lokalpolitiker Justice Horn schrieb auf X, Harrison Butker hätte noch nie die Stadt Kansas City repräsentiert, denn die Stadt sei ein Ort, der Mitglieder der LGBTQ+-Community willkommen heißt und unterstützt. Butkers Arbeitgeber äußerte sich bisher nicht zur Rede seines Kickers. Eine Onlinepetition fordert die Entlassung Butkers für dessen "sexistische, homophobe, transfeindliche, abtreibungsfeindliche und rassistische" Aussagen.

Schon in der Vergangenheit zeigte sich Butker solidarisch mit der Pro-Life-Bewegung, die sich primär gegen Schwangerschaftsabbrüche ausspricht. Beim traditionellen Besuch im Weißen Haus nach dem Gewinn des Super Bowl kritisierte er die Abtreibungspolitik der Regierung von US-Präsident Joe Biden. In der Rede beschuldigte er Biden, den Mord "an unschuldigen Babys lautstark zu unterstützen". Die Covid-Politik unter Biden sei "schlecht" gewesen und hätte von "schwacher Führungsqualität" gezeugt.

Butker, geboren in Decatur im US-Bundesstaat Georgia, gewann in seiner Karriere dreimal den Super Bowl. Seit der Saison 2017 ist er als Chiefs-Kicker gesetzt, in der NFL erzielte er bisher 900 Punkte. (Lukas Zahrer, 16.5.2024)