Wien – Die Tiere in Schönbrunn freilassen und keine Gelsen mehr: Das sind zwei, aber nicht die wichtigsten Forderungen im "Wahlprogramm" des Kabarettisten und Schauspielers David Scheid, der, als Influencer Dave firmierend, jetzt ein neues Satireprojekt am Start hat. Nicht als Tierschützer oder gar -vernichter, sondern als Politiker.

Kabarettist und Schauspieler David Scheid
Kabarettist und Schauspieler David Scheid präsentierte als "Dave" seine Bewegung "Original Gangsterz Making Money Partei", kurz OGMMP.
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Am Donnerstag präsentierte Scheid sein Pläne im Wiener Museum der Illusionen. Nomen est omen. Er eröffnete seine programmatische Rede standesgemäß mit einem Schluck aus einem Energydrink und einem Rülpser.

Einen Porsche für alle unter 30: David Scheid geht als
Einen Porsche für alle unter 30: David Scheid geht als "Dave" auf Stimmenfang.
Foto: ORF/Mutterschifffilm/Armin Rauthner

Und so möchte "Dave, the Man" mit seiner Bewegung "Original Gangsterz Making Money Partei", kurz OGMMP, die kommende Nationalratswahl aufmischen. "Oder, wenn Sie es nicht auf Deutsch verstehen: Originelle Gauner Machen Moneten Partei." Das G stehe für alles Gute, das mit G beginne: "Geil, Geld, Gratis, Gusch." Warum er antreten möchte? "Because I can. Und weil ich muss."

Ein-Euro-Scheine mit David Scheid

Scheids wichtigste Forderungen sind demnach: "Ein Porsche bis zum 30. Lebensjahr", "Legalize Weed", kein CO2 mehr sowie ewiges Glück und kein Krieg. Die "kleinen Dinge" des Lebens eben, die habe sich das "Fußvolk" gewünscht, das er kürzlich auf der Mariahilfer Straße für Willkommen Österreich befragt habe. Ein junger Mann habe ihm gesagt, dass er Ein-Euro-Scheine mit Scheids Konterfei darauf möchte. "Habe ich gesagt: ja."

Scheid propagiert den "bedingungslosen Grundreichtum". Reichtum mache glücklich, "oder haben Sie schon einmal einen Porsche-Fahrer gestresst gesehen?", fragt er. Die mögliche Frage, woher das Geld kommen solle, um seine Forderungen zu präsentieren, stellt er gleich selbst. Er beantwortet sie mit einem Wort: "Nationalbank." Denn: "We print that shit. Die haben das alles. Die Drucker, die Logos."

"Oida schreibt man mit OI, nicht mit EU"

Statt ÖVP sage er ÖVVP, was für "Österreichische Volksverarschungspartei" stehe. Diese Partei würde sich ihr halbes Wahlprogramm von der FPÖ abschauen. Den "Rechtsextremen" gebe er in einem Punkt recht: "Stoppt den EU-Wahnsinn." Da sei er dabei, das finde er auch, denn: "Oida schreibt man mit OI, nicht mit EU." Das ist auch auf seinem Plakat zu lesen, das er am Donnerstag zeigte. Wir würden eine massive Rechtschreibreform brauchen: nämlich Europa und Euro mit OI zu schreiben, damit es auch in Spanien und Italien richtig ausgesprochen werden könne. "Nuff said."

Wahlplakat von David Scheid.
Das Wahlplakat.
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Namen von Personen, die auf seiner Liste kandidieren könnten, nannte er bis auf Jan Frankl nicht. Der Kameramann, Drehbuchautor und Regisseur werde aber "Fernsehminister", so viel sei klar. Als Macher von Scheids Satiresendung Dave ist Frankl dafür prädestiniert. Der ORF hat bis jetzt zwei Staffeln der "Mockumentary" ausgestrahlt. Die gesamten Folgen sind auch auf Netflix zu sehen.

Sammeln von Unterschriften im Parlament

Damit Scheids Antreten bei der Nationalratswahl im Herbst gelingt, muss er österreichweit 2600 Unterstützungserklärungen sammeln. Alternativ kann der Wahlvorschlag von wenigstens drei Mitgliedern des Nationalrats unterschrieben werden. "Die hole ich mir jetzt", sagte Scheid und kündigte seinen baldigen Besuch im Parlament an. "In was für einem Land leben wir?", fragte er. "Entweder ich sammle 2600 Unterschriften vom Fußvolk oder von drei Parlamentariern." Und: "Natürlich hole ich mir die drei von diesen" – kurze Pause – "Pennern." Er werde sie danach ins "Register" eintragen, "dann sind wir startbereit".

Ob "Daves" Vorhaben gelingt, ist ab Dienstag kommender Woche wieder in Willkommen Österreich zu sehen, wo seine Bewegung OGMMP ihren Ausgang nahm. In Richtung STANDARD sagte er noch: "Wenn Sie vom STANDARD glauben, dass Sie mich wie dieses junge Mädchen zerlegen können, dann sage ich Ihnen eines: nein. Sie werden nichts finden. Nichts." (Oliver Mark, 16.5.2024)