Der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner hat seinen Vertrag mit dem Künstlerhaus gekündigt.
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Der Unternehmer Hans Peter Haselsteiner hat den im Juni 2025 auslaufenden Kooperationsvertrag mit der Künstlerhaus-Vereinigung gekündigt. Laut einem Bericht der Presse (Donnerstag) kam es im Rahmen der Gesellschafterversammlung der Künstlerhaus Besitz- und Betriebs GmbH (KBBG) auch zu einer "überraschenden Forderung von Betriebskosten" sowie zu einer Abberufung des bisherigen Geschäftsführers Knut Neumayer, wie dieser in einer Mail an die Mitglieder mitgeteilt habe.

Neue Rahmenbedingungen zur Fortsetzung der Zusammenarbeit sind laut Aussendung der Künstlerhaus-Vereinigung "Gegenstand der aktuellen Verhandlungen". Man sei mit Haselsteiner in Gesprächen und auch "zuversichtlich, dass wir eine gute Einigung erzielen werden", so die Künstlerhaus-Präsidentin Tanja Prušnik.

Renovierung unter Haselsteiner

Die KBBG wurde im Dezember 2015 gegründet, Mehrheitseigentümer ist mit 74 Prozent die Haselsteiner Familien-Privatstiftung, die restlichen 26 Prozent sind im Besitz der Künstlerhaus-Vereinigung. Laut Informationen auf der Website betreibt und erhält die KBBG das Gebäude in Kooperation mit der Albertina und der Künstlerhaus-Vereinigung. Unter anderem ist die Künstlerhaus Besitz- und Betriebs GmbH für das Facility-Management verantwortlich. Haselsteiner hatte damals die aufwendige Renovierung des Hauses übernommen, das seit Anfang 2020 von der Albertina sowie der Künstlerhaus-Vereinigung bespielt wird, die über die Ausstellungsräumlichkeiten im Obergeschoß verfügt. Überdies finden sich im Gebäude des Künstlerhauses das Stadtkino und ab Herbst auch der neue Kinderopernstandort der Staatsoper.

Gegenüber der Presse bestätigte Haselsteiner die "lange angekündigte Auflösung des Kooperationsvertrags", der noch bis 2025 laufe. Somit habe man jetzt ein Jahr Zeit, einen neuen Vertrag abzuschließen, man werde sich "irgendwo treffen". Die Betriebskosten habe er in den vergangenen sechs Jahren "zähneknirschend" gezahlt, obwohl das nicht vertraglich zugesichert worden sei. Er habe das als eine Art "Anschubfinanzierung" verstanden, bis der Verein finanziell auf eigenen Beinen stehe und einen Plan habe, wie diese Flächen bespielt und was daraus generiert werden könne. Haselsteiner abschließend: "Ich möchte nicht, dass das Künstlerhaus wieder eine Ratzenburg wird, denn eine solche war es, als ich es übernommen habe." (APA, 16.5.2024)