"Bridgerton"-Star Nicola Coughlan.
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Mit ihrer Figur Penelope Featherington hat Nicola Coughlan Entscheidendes gemeinsam: Wenn sie etwas will, kriegt sie es auch. Gegenwärtig ist Penelope in der dritten Staffel damit beschäftigt, den im Bridgerton-Paralleluniversum denkunmöglichen Zustand des Unverheiratetseins zu beenden. Netflix hat vor kurzem vier neue Episoden ins Netz gestellt, weitere vier folgen Mitte Juni. Es zeichnet sich aber bereits jetzt schon ab: Das Durchschreiten etlicher weiterer tiefer Tränentäler vorausgesetzt, wird die hochwohlgeborene Ladyschaft, Penelope Featherington, am Ende die beglückenden Freuden des Ehelebens genießen dürfen. Hundert Pro.

Nach zwei Staffeln hat sich die Irin Nicola Coughlan vom unterhaltsamen Gossipgirl zur würdigen Hauptdarstellerin in der eskapistischsten aller Streamingserien entwickelt. Im auf magere Frauen fixierten Hollywood ist das keine Selbstverständlichkeit.

In Oxford Schauspiel studiert

Schauspielerin habe sie immer werden wollen, sagt Coughlan. Zunächst studierte sie Englisch und Klassische Altertumswissenschaft, in Oxford und Birmingham lernte sie das Schauspiel. Praktische Erfahrungen machte sie zunächst am Theater, ab 2012 in Film und Fernsehen. 2023 war sie in Barbie zu sehen, man kann sagen, es geht steil bergauf.

Dass sie mit ihren 37 Jahren in Bridgerton eine Figur spielt, die ungefähr 15 Jahre jünger wirkt, gehört zu den Absurditäten der Branche und bringt dem Diversity-Image der Serie Abzüge. Das passiert Coughlan nicht zum ersten Mal. In der Serie Derry Girls trat sie mit 31 als Teenager auf. Coughlan vermutet dahinter ihre Körpergröße von 1,55 Meter und nimmt das in Kauf. Es habe ihr ermöglicht, jüngere Charaktere zu spielen: "Und wenn man eine lange Karriere anstrebt, was ich mir erhoffe, ist das tatsächlich ein Vorteil."

Gegen Bodyshaming setzt sie sich aktiv zur Wehr, und sie setzt sich in ihrer Heimat Irland tatkräftig und entschlossen für die Rechte der Frauen ein. Fans auf Instagram bittet sie in aller Höflichkeit, den Rand zu halten, was ihre Kilos betrifft. Das schließt auch eine Nacktszene ein, die in Bridgerton noch kommen dürfte und die sie unbedingt wollte. Dass ihre Angehörigen daheim in Irland bei so viel Freizügigkeit nicht von den Sesseln kippen, dafür hat sie gesorgt: Sie habe von Netflix eine eigene Fassung ohne Sexszenen verlangt. Und bekommen. (Doris Priesching, 17.5.2024)