Erling Haaland traf zuletzt gegen Tottenham vom Elfmeterpunkt. City sollte gegen West Ham gewinnen, um den Meistertitel fix zu haben. Bei einem Unentschieden könnte Arsenal den Titelverteidiger noch überholen.
AFP/BEN STANSALL

Manchester/London - Manchester City steht zum vierten Mal in Folge vor der Krönung, Arsenal hofft noch auf die erste seit 20 Jahren. Der Meistertitel in der Premier League wird am Sonntag (17.00 Uhr/live Sky) im Fernduell der "Citizens" mit den "Gunners" entschieden. Arsenal benötigt neben einem Heimsieg gegen Everton Schützenhilfe von West Ham. Das Team aus dem Osten Londons gastiert bei Spitzenreiter City, ein Unentschieden reicht der Elf von Pep Guardiola nicht zur neuerlichen Titelparty.

Den Weg dahin wurde dank eines 2:0 gegen Tottenham einmal freigeräumt. Arsenals Hoffnungen in den Nordlondoner Erzrivalen erfüllten sich nicht, der Titelverteidiger schrieb zum achten Mal in Folge in der Liga alle drei Zähler an. Für die Himmelblauen ist es ein gutes Omen. Neunmal ist die Titelentscheidung in der Premier League bisher am letzten Spieltag erfolgt, City war dabei viermal mittendrin und holte auch viermal den Pokal. Nun könnte City als erste Mannschaft im englische Fußball überhaupt vier Meisterschaften in Folge gewinnen.

Gute Nerven, Hoffnung auf Double

"Wir wissen, worum es geht. Die Anspannung ist da", sagte Guardiola nach dem Sieg gegen Tottenham. Der letzte Schritt sei "immer der schwierigste". Nerven bewies City erst vor zwei Jahren. Ein 0:2 gegen Aston Villa drehte die Mannschaft binnen sechs Minuten zu einem 3:2 und krallte sich damit den Titel. "Ob es wieder Wendungen geben kann? Wer weiß", meinte Kapitän Kyle Walker. Natürlich sei er aufgeregt, meinte der seit 2017 für City spielende Rechtsverteidiger. "Aber Nerven sind gut, wenn es um solche Drucksituationen geht."

Arsenal kann nur noch hoffen. Die Mannschaft von Trainer Mikel Arteta leistete sich seit Jänner nur eine Niederlage (0:2 gegen Aston Villa), könnte aber dennoch wie im Vorjahr "nur" Vizemeister werden. "In dieser Liga kann jedes Team gegen jedes andere gewinnen", blieb Arteta optimistisch. Dank des etwas besseren Torverhältnisses wäre Arsenal mit einem Sieg gegen Everton Meister, sollte City nur remis spielen.

Für den Titelverteidiger ist auch heuer noch das Double möglich. Im FA Cup steigt am 25. Mai das Finale im Londoner Wembley gegen Manchester United. Der Stadtrivale liegt in der Premier League vor dem Auswärtsspiel bei Brighton auf dem achten Rang und damit außerhalb der Europacup-Startplätze. Oliver Glasners Crystal Palace ist Zwölfter und bestreitet zum Saison-Abschluss ein Heimspiel gegen den künftigen Champions-League-Starter Aston Villa (4.).

Jürgen Klopp bei der Parade im Mai 2022 nach dem Sieg in den beiden Pokalwettbewerben. Auf der linken Seite zu sehen: Der neue Salzburg-Coach Pep Lijnders.
REUTERS/Phil Noble

Klopps Abschied in Anfield

Beim Dritten Liverpool drehte sich vor dem Heimspiel gegen Wolverhampton alles um einen Mann: Jürgen Klopp gibt nach achteinhalb Jahren seinen Abschied von der Merseyside. "Es ist die intensivste Woche meines Lebens, ich habe mich jetzt schon so oft verabschiedet", sagte der 56-Jährige am Freitag bei einer Pressekonferenz. "Es waren schon großartige Momente dabei und man muss nicht so tun, als wäre es eine normale Woche, denn das ist es nicht."

Der Deutsche gab auch einen Einblick, wie viel Zuspruch er von den Fans auf der ganzen Welt bekommen hat. "Wenn ich das alles beantworten würde, würde ich 2028 noch hier sitzen. Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich nicht alle lesen kann", sagte Klopp zu unzähligen Briefen und E-Mails. Manche Zeile habe ihn in den vergangenen Tagen zu Tränen gerührt, gab er offen zu. Und auch nicht alle Wünsche seiner Freunde habe er erfüllen können: "Ich konnte einfach nicht genügend Tickets für das letzte Spiel organisieren."

Klopp sagte auch: "Ich werde keinen einzigen Tag vergessen, weil ich die allerbesten Leute getroffen habe. Ich habe es für den besten Klub getan, den ich mir vorstellen konnte. In einer wunderbaren, sehr speziellen Stadt." Es sei heutzutage nicht alles perfekt, "aber die Art der Menschen, wie sie mit dem Leben umgehen, die Art, wie sie dich willkommen heißen und dich behandeln", so Klopp, sichtlich ergriffen, weiter: "Es ist wundervoll zu wissen, dass ich eine große Zeit meines Lebens hier verbracht hatte."

Er nehme "fantastische Erinnerungen" mit: "Freundschaften, Beziehungen, die für immer sind." Er habe "den Schlüssel zu dieser Stadt erhalten. Es fühlt sich für mich an wie eine Verantwortung an. Ich denke nicht, dass der Klub meine Hilfe in Zukunft brauchen wird. Aber wenn die Stadt mich braucht, bin ich da."

Klopp wird bei Liverpools Heimspiel zum 491. und letzten Mal als Trainer des LFC an der Seitenlinie stehen. Er hatte bereits zu Jahresbeginn seinen Abschied ankündigt, hört nach neun Jahren bei den Reds auf und legt eine Fußball-Pause ein. Klopp hatte den Klub im Herbst 2015 übernommen und war schnell zum Fanliebling geworden. Größte sportliche Erfolge waren der Gewinn der Champions League 2019 sowie der Meistertitel im Jahr darauf. Es war für Liverpool das Ende einer 30-jährigen Durststrecke. (APA, sid, red, 19.5.2024)