Provinz Bamiyan in Afghanistan, Kulturelle Stätte.
Die Provinz Bamiyan ist berühmt für ihre Sehenswürdigkeiten und galt als eine der sichersten in Afghanistan.
REUTERS/Ali Khara

Kabul – In Afghanistan sind bei einem Angriff mit Schusswaffen mindestens drei ausländische Touristen getötet worden. Auch ein Afghane sei bei dem Vorfall in der zentralen Provinz Bamiyan ums Leben gekommen, sagte der Sprecher des Innenministeriums der regierenden Taliban, Abdul Matin Kani, am Freitag, wie der lokale Sender Tolonews berichtete. Zudem seien vier weitere ausländische Staatsbürger und drei Afghanen verletzt worden.

Laut Kani sind vier Personen in Zusammenhang mit dem Vorfall festgenommen worden. Weitere Angaben zu der Tat oder der Nationalität der Opfer wurden nicht gemacht. Zunächst reklamierte keine Gruppe die Attacke für sich.

Spanische Medien berichteten unter Berufung auf das Außenministerium in Madrid, dass bei dem Angriff drei Spanier ums Leben gekommen seien und mindestens einer verletzt worden sei. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb am Freitagabend auf X, er sei "schockiert über die Nachricht von der Ermordung der spanischen Touristen in Afghanistan." Die konsularische Notfallabteilung des Außenministeriums sei dabei, jede notwendige Hilfe anzubieten.

Anstieg ausländischer Touristen

Die Provinz Bamiyan ist berühmt für ihre landschaftliche Schönheit und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Sie galt bereits vor der erneuten Machtübernahme der Taliban, als die Islamisten noch gegen die von internationalen Truppen gestützte afghanische Regierung kämpften, als eine der ruhigsten und sichersten im Land. Tausende Afghanen besuchten den Nationalpark Band-e Amir oder besichtigten die Überreste zweier monumentaler Buddha-Statuen, Zeugen der präislamischen Vergangenheit des Landes. Seit der Machtübernahme der Taliban 2021 und dem Abzug der internationalen Truppen verzeichnen die lokalen Behörden nach und nach wieder einen Anstieg ausländischer Touristen.

Auch wenn sich die Sicherheitslage mit dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen deutlich gebessert hat, gibt es nach wie vor immer wieder Anschläge. Die meisten reklamiert die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich, die mit den Taliban trotz ideologischer Nähe verfeindet ist. Vor allem Angehörige der schiitischen Minderheit in dem Land geraten immer wieder ins Visier des IS. (APA, red, 18.5.2024)