Kabul – Die bei einem Schusswaffenangriff mit mehreren Toten in Afghanistan verletzten Touristen sind nach Angaben eines Krankenhauses in einem stabilen Zustand. "Die Verletzten kamen etwa zehn Stunden nach dem Vorfall in unserem Krankenhaus an", erklärte Dejan Panic von der italienischen Nichtregierungsorganisation Emergency am Samstag in Kabul. "Der afghanische Staatsangehörige war der am schwersten Verletzte, aber alle Patienten sind jetzt stabil", fügte er hinzu.

Bei dem Angriff wurden drei Spanier und drei Einheimische getötet, mehrere Menschen wurden verletzt. Die Leichen und die Überlebenden wurden in der Nacht nach Kabul gebracht. Den Angaben von Emergency zufolge stammen die Verletzten aus Spanien, Litauen, Norwegen, Australien und Afghanistan. Die spanische Regierung hatte am Freitagabend bestätigt, dass es sich bei drei Toten um spanische Staatsbürger handelte.

Afghanischer Sicherheitsarbeiter untersucht Auto nach Schusswaffenattacke.
Die Lage ist in Afghanistan durch bewaffnete Gruppen wie den Islamischen Staat (IS) instabil. Das Land gilt laut zahlreichen westlichen Regierungen als nicht sicher für Touristen.
IMAGO/Ziaodin Azad

Reisewarnung für Afghanistan

Die Reisegruppe wurde am Freitag beim Einkaufen auf einem Basar in Bamiyan, etwa 180 Kilometer von der Hauptstadt Kabul entfernt, beschossen. Sieben Verdächtige wurden festgenommen.

Die französische Touristin Anne-France Brill, die den Angriff überlebte, erklärte, ein bewaffneter Mann habe sich den Fahrzeugen der Gruppe genähert und das Feuer eröffnet. "Überall war Blut", sagte die 55-Jährige der Nachrichtenagentur AFP. Sie sei sich sicher, dass der Angreifer "wegen der Ausländer" da war.

In Bamiyan standen einst riesige Buddha-Statuen, die jedoch 2001 von den radikalislamischen Taliban zerstört wurden. Dennoch ist die Stadt weiter eines der beliebtesten Touristenziele des Landes. Wegen der instabilen Lage in Afghanistan und der Gefahr von Angriffen durch bewaffnete Gruppen wie die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) warnen viele westliche Länder grundsätzlich vor Reisen nach Afghanistan, darunter auch Deutschland. (APA, 19.5.2024)