Leonore Gewessler Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität
Für die Klimaneutralität 2040 sei "die Elektrifizierung von Baustellen und der Umstieg auf E-Mobilität entscheidend," sagt Leonore Gewessler Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität.
Heribert Corn

Seit April laufen die Gleisbauarbeiten auf die Wiedner Hauptstraße, die rund ein halbes Jahr dauern werden und ihr ein klimafittes Erscheinungsbild verleihen soll. Auf dem Baustellenabschnitt Johann-Strauß-Gasse bis Mayerhofgasse wurde am Freitag bei einem Medientermin gezeigt, dass auch die Bauarbeiten selbst klimafreundlich geprägt sind. Hier wurde unter dem Beisein von Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne) der Umstieg auf E-Baumaschinen in der Praxis vorgeführt.

Vier Großgeräte sind auf der Wiedner Hauptstraße im Einsatz, ihre Energie erhalten sie von sogenanntem Voltstations, einem mobilen Energiespeicher basierend auf Lithium-Ionen-Akku-Technologie. Nicht nur deutlich leiser ist es auf dem E-Baustellenabschnitt, Gewessler wies auch darauf hin, dass E-Bagger und Konsorten auch für weniger Feinstaub als herkömmliche Baumaschinen sorgen. Und nicht zuletzt sollen damit zwei Drittel der Treibhausgas-Emissionen eingespart werden. Für die Klimaneutralität 2040 sei "die Elektrifizierung von Baustellen und der Umstieg auf E-Mobilität entscheidend."

337.981 Euro Förderbudget

Ermöglicht wird die Erprobung in der Praxis im Rahmen der vierten Ausschreibung "Zero Emission Mobility" (ZEM) des Klima- und Energiefonds und den von MIBA Battery Systems entwickelten Ladecontainer, den genannten Voltstations. Das Förderprogramm ist aus den Mitteln des Klimaschutzministeriums (BMK) dotiert. "Eine geeignete Ladeinfrastruktur stellt für die Verbreitung von Zero Emission Technologien eine wesentliche Voraussetzung dar. Das Projekt 'maxE', das von uns gefördert wurde, zielt darauf ab, eine Lösung für emissionsfrei betriebene große Baustellen zu entwickeln", sagte Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Bernd Vogl. Das Förderbudget beläuft sich dabei auf 337.981 Euro.

Noch im hohen einstelligen Bereich sei die Zahl der E-Baumaschinen im kleinen und mittleren Bereich, der zwei bis zehn Tonnen schwere Fahrzeuge umfasst, sagte Jörg Dallner, Geschäftsführer von Kallinger Bau, einer Tochter des international tätigen Bauunternehmens Swietelsky AG, gegenüber der APA. "Wir sind erst am Beginn und sammeln dabei die Erfahrungen, welcher Partner für uns auch der richtige ist. Jeder habe seine Stärken und Schwächen."

Zweites Leben für alten Beton

Vor zwei Jahren wurden die ersten Geräte angeschafft und seit knapp über einem Jahr werde auf speziellen Baustellen mit E-Mobilität gearbeitet. Die Bauzeit ändere sich nicht, momentan seien jedoch die Kosten noch höher als bei herkömmlichen Maschinen. Auf die letztgenannte Gattung kann aber bei den Baumaschinen im schwersten Bereich noch nicht verzichtet werden. Zufrieden ist Stefan Gaigg, Geschäftsführer von MIBA Battery Systems, mit der Glättung der Lastspitzen auf das Stromnetz: "Wir haben bewiesen, dass wir mit ergänzenden mobilen Ladesystemen die Anschlussleistungen für Baustellen deutlich senken können und es dennoch zu keinen unerwünschten Rückkoppelungen in das Netz mehr kommt".

Auf der Wiener Großbaustelle gibt es noch eine weitere, nicht unwesentliche Zutat zur Emissionsreduzierung, nämlich die Wiederverwendung des Betons. Bis zu 700 Kubikmeter Betonabbruch, der aus der Gleisführung gefräst wurde, kommt dann auf der Wiedner Straße wieder zum Einsatz. (APA, 19.5.2024)