Bregenz – Protestaktionen der Aktivistengruppen Letzte Generation und Extinction Rebellion in Hohenems sind am Samstag in körperliche Gewalt ausgeartet. Aufgebrachte Autofahrer beließen es nicht nur bei verbaler Aggression, sondern wurden auch handgreiflich, wie auf einem der APA vorliegenden Video zu sehen ist. Aktivistin Marina Hagen-Canaval (Extinction Rebellion) zeigte sich angesichts der Übergriffe "schockiert", wie sie auf APA-Anfrage sagte. Die Polizei sichtet die Videos.

Sieben Aktivisten und Aktivistinnen blockierten gegen 10.00 Uhr den Kreisverkehr der Autobahnauf- und -abfahrt (A14) in unmittelbarer Nähe des Grenzübergangs zur Schweizer Gemeinde Diepoldsau. Laut Polizei setzten sie sich auf die Fahrbahn, manche hätten sich festgeklebt. "Innerhalb kürzester Zeit entstand eine massive Verkehrsstörung auf der Autobahn sowie der Diepoldsauerstraße und brachte den gesamten Verkehr in diesem Bereich zum Erliegen", hieß es seitens der Exekutive.

Klimaaktivisten oder Gruppe Letzte Generation, Hand klebt an Straße
Nach der Auflösung der Versammlung wurden die festgeklebten Aktivistinnen und Aktivisten von der Fahrbahn losgelöst und weggetragen.
IMAGO/Andreas Stroh

Aktivist wurde festgenommen

Manche zum Stillstand gebrachte Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer reagierten mit Gewalt. Wie auf dem von den Aktivisten aufgenommenen Video zu sehen ist, kamen mehrere sichtlich erzürnte Autofahrer auf die Aktivisten zu. Zumindest zwei der Protestierenden – ein Mann und eine Frau – wurden niedergestoßen. Der Mann wurde in weiterer Folge von einem Auto touchiert. Er blieb auf der Fahrbahn liegen, woraufhin er von einem Autofahrer kurzerhand von der Straße geschleift wurde. Laut Polizei erlitten drei Aktivisten Abschürfungen. "Mich schockiert, dass Menschen sich so verhalten wegen eines erwartbaren Staus, den nicht wir verursacht haben", sagte Hagen-Canaval mit Hinblick auf Staus aufgrund der Pfingstferien.

Nach der Auflösung der Versammlung durch die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn wurden die festgeklebten Aktivistinnen und Aktivisten von der Fahrbahn losgelöst und weggetragen. Sie hätten den Ort nicht freiwillig verlassen wollen, so die Polizei. Ein Aktivist wurde kurzzeitig festgenommen.

Anzeige gegen die aggressiven Autofahrer werde die Gruppe nicht erstatten, wie Hagen-Canaval gegenüber der APA: "Das liegt nicht in unserem Interesse." Man sei aber von der Polizei aufgefordert worden, die gemachten Videos zur Verfügung zu stellen. Dem komme man natürlich nach. (APA, red, 19.5.2024)