Das Schiffsunglück ereignete sich auf der Donau nördlich von Budapest.
AP

Veröce – Bei einer mutmaßlichen Schiffskollision auf der Donau nördlich von Budapest sind am Samstagabend mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Nach fünf weiteren Passagieren an Bord eines Motorbootes würden Polizei und Rettungsmannschaften noch suchen, berichtete das Budapester Polizeipräsidium (BRFK) am Sonntagvormittag auf einer Pressekonferenz. Laut der Exekutive dürfte das Schiff mit einem Motorboot in der Nähe von Veröce (Komitat Pest) kollidiert sein.

Am späten Samstagabend sei die Polizei informiert worden, dass am Donau-Ufer bei Veröce ein Mann mit einer blutenden Kopfwunde gefunden wurde, teilte ein Sprecher mit. Gegenüber den Beamtinnen und Beamten habe der Verletzte dann angegeben, dass er mit einem Motorboot verunglückt sei. In dem Boot sollen sich sieben weitere Personen befunden haben. Die Behörden nahmen daraufhin sofort die Ermittlungen auf und starteten eine Suchaktion. Auch der Katastrophenschutz und die Rettung wurden alarmiert.

Hinweise auf einen Zusammenstoß

Im Zuge der Suche seien die Leichen eines Mannes und einer Frau geborgen worden. Auch das Motorboot konnte an Land gezogen werden, berichtete das Onlineportal "444.hu". Die Polizei stoppte daraufhin ein Schiff bei Komárom. Dieses habe Schäden an der Seitenwand aufgewiesen, hieß es. Die Behörden gehen davon aus, dass das Hotelschiff das Motorboot etwa 50 Kilometer nördlich von Budapest gerammt hat.

Bei dem Wasserfahrzeug soll es sich laut einem Bericht des ungarischen Onlineportals "Blikk.hu" um ein Flusskreuzfahrtschiff für bis zu 110 Passagiere und 35 Besatzungsmitglieder handeln, das unter Schweizer Flagge unterwegs ist. Untersuchungen an dem Schiff hätten Hinweise auf einen Zusammenstoß ergeben, hieß es in dem Bericht des Onlinemediums. Wie viele Passagiere zum Zeitpunkt der Kollision an Bord waren, steht noch nicht fest.

Verfahren eingeleitet

Details zur Identität der Unglücksopfer lagen am Nachmittag noch nicht vor. Es seien nach derzeitigen Informationen jedoch keine Österreicherinnen und Österreicher unter den Toten oder Vermissten, erklärte das österreichische Außenministerium am Nachmittag der APA. Die Suche nach den Vermissten war am Sonntagnachmittag weiter im Gang. Die Einsatzkräfte suchten das Gebiet unter anderem mit Drohnen und Booten ab.

Die Polizei leitete ein Verfahren wegen des Verdachts auf Gefährdung im Schiffsverkehr mit mehrfacher Todesfolge ein. Die weiteren Hintergründe des Vorfalls sind noch offen. (APA, 19.5.2024)