Windows XP Desktop Hintergrund
Nach wie vor ist Windows XP auch in Österreich auf manchen Rechnern installiert.
Microsoft

Der offizielle Support für das im Jahr 2001 veröffentlichte Windows XP wurde seitens Microsoft längst eingestellt, dennoch wird es auch in Österreich noch von einigen Menschen verwendet. Was aber passiert, wenn man ein Gerät mit frisch installiertem Windows XP mit dem Internet verbindet? Genau diesen Versuch startete der Youtuber Eric Parker, seine Erkenntnisse präsentiert er im nachfolgenden Video.

What happens if you connect Windows XP to the Internet in 2024?
Eric Parker

Parker führte sein Experiment nicht auf einem physischen Rechner, sondern auf einer virtuellen Maschine durch. Auch installierte er keinen Virenscanner und deaktivierte die Windows-Firewall – wobei fraglich wäre, wie nützlich diese überhaupt noch gegenüber aktuellen Bedrohungen wäre. Der Rechner wurde direkt mit dem Internet verbunden, wodurch auch ein etwaiger Schutz durch einen Router wegfiel.

Fake-Admins und FTP-Server

Nach Aufsetzen des Systems ließ Parker den Rechner kurz stehen und kehrte nach zehn Minuten zurück, um bereits die erste Malware zu finden: Ein Prozess namens conhoz.exe. Mit einer älteren Version des "Process Explorer" entdeckte er später, dass dieser Prozess als Herausgeber gar ein Unternehmen namens "Microsoft Compilation" anführte – wohl in einem Versuch, sich als offizielle Software des Konzerns zu tarnen. Die Ursprünge der Malware findet der Experte in Russland. Eine andere Malware gab vor, von Google zu stammen.

Wenig später wurde von externer Seite ein neuer User mit dem Namen "Admina" zum Computer hinzugefügt, dessen Account mit einem Passwort geschützt war. Außerdem wurden neue Prozesse hinzugefügt, darunter ein FTP-Server. "Sie wollen keinen FTP-Server laufen haben, denn das bedeutet, dass der Hacker bereits Zugriff auf alle Dateien hat, die auf dem System installiert sind", sagt der Youtuber.

Finaler Scan

Als Parker schließlich mit einem Virenscanner des Anbieters Malwarebytes das System überprüfte, fand er acht aktuell laufende Malware-Programme, darunter vier Trojaner, zwei Backdoor-Programme und diverse Adware.

Die Lehre aus diesem Experiment dürfte auch für die letzten verbleibenden Windows XP-User klar sein: Selbst wenn man auf Windows XP angewiesen ist, weil etwa alte Software nicht mehr für moderne PCs angeboten wird, sollten die entsprechenden Rechner nicht mit dem Netz verbunden werden. Denn offensichtlich ist noch nicht mal aktives Surfen notwendig, um sich innerhalb kurzer Zeit Cyberkriminellen auszusetzen. (stm, 19.5.2024)