New Shepard von Blue Origin hebt ab
Die Rakete startete von Van Horn, Texas, und transportierte sechs Personen.
AFP/BLUE ORIGIN/HANDOUT

Am Sonntag, 19. Mai 2024, schickte Blue Origin wieder Menschen an den Rand des Alls. Nach medial stark beachteten Flügen hatte das Weltraumunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos die Starts pausiert, nachdem es im Jahr 2022 zu einem Rückschlag mit der New-Shepard-Rakete gekommen war. Der Start wurde live über die Website des Unternehmens übertragen beziehungsweise kann rückblickend im nachfolgend eingebauten Video angesehen werden.

New Shepard Mission NS-25 Webcast
Blue Origin

Die Crew

Insgesamt sechs Passagiere befanden sich in der Kapsel. Zur New-Shepard-Besatzung gehörte Ed Dwight. Er ist der erste schwarze Astronautenanwärter, der 1961 vom damaligen US-Präsidenten John Kennedy ausgewählt wurde, um sich zum Astronauten ausbilden zu lassen, aber noch nie ins All geflogen war. Die anderen Crewmitglieder waren Mason Angel, Sylvain Chiron, Kenneth L. Hess, Carol Schaller und Gopi Thotakura.

Alle Passagiere sind zahlende Kunden von Blue Origin, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Dwights Sitz wurde jedoch von einer gemeinnützigen Organisation und einer privaten Stiftung gesponsert. Die Kosten für ein Ticket hat Blue Origin nicht bekanntgegeben. Eine Reservierung beim Konkurrenten Virgin Galactic kostet 450.000 Dollar. Medienberichten zufolge hängt der Preis eines Tickets bei Blue Origin von verschiedenen Faktoren ab und kann bis zu 28 Millionen Dollar betragen.

Im Rahmen derartiger Flüge trennt sich die wiederverwertbare Kapsel von der Rakete und kehrt anschließend auf die Erde zurück. Die Besatzung kann auf dem Höhepunkt der Reise die Gurte ablegen und einige Minuten in der Schwerelosigkeit des Alls verbringen. Mit Abschluss der Mission erhöht sich die Zahl der mit Blue Origin gereisten Weltraumtouristen auf 37 Personen.

Startverbot für New Shepard

Für die New Shepard wurde ein Startverbot ausgesprochen, nachdem es im September 2022 während einer unbemannten Forschungsmission zu einem Ausfall gekommen war. Ein strukturelles Versagen der Triebwerksdüse hatte damals zum Abbruch des Flugs geführt.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration, die für die Sicherheit auf Startplätzen und für Unfälle mit kommerziellen Raketen zuständig ist, hatte Blue Origin folglich zu 21 Korrekturmaßnahmen aufgefordert, darunter eine Neukonstruktion des Triebwerks und "organisatorische Änderungen". Im Dezember 2023 war die New Shepard wieder zu einer unbemannten Mission gestartet.

Seit Ende vergangenen Jahres ist Dave Limp der neue CEO von Blue Origin, für ihn hat die Wiederaufnahme von Routinemissionen der New Shepard höchste Priorität. Ein anderer Scherpunkt liegt auf der deutlich größeren Rakete mit dem Namen Blue Glenn: Sie soll mit der Falcon 9 von Elon Musks Space X darin konkurrieren, kommerzielle und staatliche Satelliten ins All zu befördern. (Reuters, stm, 19.5.2024)