Ein Polizeiauto als Sujetbild
Bei einer Hausdurchsuchung bei der Jugendlichen stellten Ermittler mutmaßliche Tatwaffen wie Messer und Beil sowie mehrere Datenträger sicher. Gefunden wurden zudem IS-Videos und Chatverläufe, die auf konkrete Pläne für einen terroristischen Anschlag hindeuteten.
APA/MAX SLOVENCIK

Ein erst 14-jähriges Mädchen steht im Verdacht, eine terroristische Attacke mit Messer und Beil auf dem Grazer Jakominiplatz geplant zu haben. Ermittler stellten bei der Jugendlichen auch Chatverläufe und IS-Videos sicher, die auf konkrete Pläne hindeuteten. Das gab die steirische Polizei am Wochenende bekannt. Das Attentat sollte "Ungläubigen" gelten.

Das Mädchen, das aus Montenegro stammt, befindet sich seit Samstag in der Justizanstalt Graz-Jakomini in U-Haft. Die Staatsanwaltschaft machte Tatausführungs- und Verdunkelungsgefahr geltend. Ermittelt wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung sowie des Verbrechens einer kriminellen Organisation, "beides mit Bezug auf den IS", teilte Behördensprecher Hansjörg Bacher am Montag auf Anfrage des STANDARD mit. Beim erstgenannten Delikt beträgt der Strafrahmen ein bis zehn Jahre Haft, bei Jugendlichen seien es laut Bacher maximal fünf Jahre. Ebenfalls ermittelt wird zum Straftatbestand des verbrecherischen Komplotts, hier wird auf den Verdacht der Verabredung zur gemeinsamen Ausführung eines Mordes auf dem Jakominiplatz verwiesen. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Auswertung der Chats läuft noch

Die Auswertung der sichergestellten Datenträger, Chatverläufe und Social-Media-Posts "dauert noch an", sagte Behördensprecher Bacher. Untersucht wird auch, ob sich die bisherigen Waffenfunde – laut Polizei ein Messer und ein Beil – mit den Chatverläufen decken.

Die Landespolizeidirektion Steiermark gab bekannt, dass sich das Mädchen auch entsprechende Kleidung für einen möglichen Anschlag beschafft hatte. Die Kleidung sowie Messer und Beil sind bei einer Hausdurchsuchung im Kinderzimmer des erst kürzlich 14 Jahre alt gewordenen Mädchens gefunden worden. Die Ermittler des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung Steiermark waren durch einen Hinweis einer europäischen Sicherheitsbehörde auf die Spur der zunächst Unbekannten gebracht worden. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen wurde dann ein Chatverlauf mit einer konkreten Anschlagsplanung der Jugendlichen sichergestellt. In einem der von den Ermittlern aufgestöberten Videos soll das Mädchen dem IS ihre Treue schwören. Bei einer ersten Einvernahme zeigte sich die 14-Jährige nicht geständig und verweigerte laut Polizei Angaben zum Tatverdacht. (David Krutzler, 20.5.2024)