London - Eine TV-Show im rechten Sender GB News, bei der Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak von Zuschauern befragt wurde, hat nach Ansicht der zuständigen Aufsichtsbehörde Ofcom die Neutralitätsregeln verletzt. Da dies nicht zum ersten Male geschehen sei, werde nun ein Verfahren zur Prüfung gesetzlicher Sanktionen gegen GB News eingeleitet, teilte Ofcom am Montag mit.

Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak.
Großbritanniens Premierminister Rishi Sunak.
via REUTERS/Henry Nicholls

Der Sender habe nicht sichergestellt, dass unterschiedliche Ansichten ausreichend Platz erhielten, hieß es zur Begründung. "Daher gehen wir davon aus, dass der Premierminister in der Zeit vor den Parlamentswahlen im Vereinigten Königreich über eine weitgehend unangefochtene Plattform verfügte, um die Politik und Leistungen seiner Regierung zu bewerben." Der Sender warf der Aufsichtsbehörde vor, sie wolle ihn zum Schweigen bringen.

Sehr einseitig

Sunak war in der Sendung vom 12. Februar eine Stunde lang von Wählerinnen und Wählern befragt worden. Seine Aussagen, in denen er seine Politik verteidigte und die Oppositionspartei Labour kritisierte, wurden nicht unabhängig eingeordnet. Der Moderator griff weder ein noch fragte er nach. In Großbritannien soll noch dieses Jahr ein neues Parlament gewählt werden, das konkrete Datum steht noch nicht fest. Sunaks Konservative Partei liegt in Umfragen weit hinter der sozialdemokratischen Labour-Partei.

GB News steht bereits seit dem Start des Senders 2021 in der Kritik, einseitig konservativen und rechtspopulistischen Meinungen und Ansichten eine Plattform zu bieten, und gilt als eine Art britisches Fox News. Starmoderator ist der Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. Mehrere konservative Parlamentsabgeordnete wie Ex-Wirtschaftsminister Jacob Rees-Mogg haben eigene Sendungen und erhalten dafür hohe Honorare. (APA, 20.5.2024)