Hohenzell – Zwei international gesuchte Mordverdächtige sind am Montag in Hohenzell in der Nähe von Ried im Innkreis festgenommen worden. Die beiden indischen Staatsangehörigen sind dringend verdächtig, gemeinsam mit sieben anderen Indern im Sommer 2023 einen ebenfalls indischen Staatsbürger in der britischen Stadt Shrewsbury brutal ermordet zu haben, wie das Landeskriminalamt Oberösterreich Dienstagfrüh mitteilte.

Eine Polizistin und ein Polizist gehen von einem Polizeiauto weg
Die oberösterreichische Polizei war an einem Ermittlungserfolg ihrer britischen Kolleginnen und Kollegen beteiligt.
APA/EVA MANHART

Kein eindeutiges Motiv

Fünf Tatverdächtige wurden in Großbritannien bereits festgenommen. Vier Täter wurden wegen Mordes jeweils zu 28 Jahren unbedingter Haft bzw. ein Täter wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt. Den anderen vier Tatverdächtigen gelang die Flucht. Der Fall erregte in England wegen seiner großen Brutalität Aufsehen, der Richter nannte den Mord eine "öffentliche Hinrichtung".

Die neun Inder hatten im vergangenen Sommer einen Paketboten in seinem Auto mit zwei Fahrzeugen verfolgt. Als dieser seinen Wagen stehen ließ und zu Fuß flüchten wollte, lief ihm die Gruppe nach und attackierte ihn mit Äxten, Golfschlägern, Spaten und Messern. Der 23-Jährige erlitt bei der Attacke tödliche Verletzungen. Ein eindeutiges Motiv für den Angriff konnte auch im Gerichtsverfahren gegen die Täter nicht festgestellt werden.

In Auslieferungshaft

Im Zuge der Ermittlungen gegen die flüchtigen Verdächtigen wurde bei einem von ihnen ein möglicher Oberösterreich-Bezug vermutet. Die britischen Behörden nahmen deshalb via Interpol Wien mit der Zielfahndungsgruppe des Landeskriminalamtes Oberösterreich Kontakt auf.

Der österreichischen Polizei gelang es nun, den Tatverdächtigen mit möglichem Oberösterreichbezug sowie in dessen Begleitung einen weiteren Tatverdächtigen – dieser wurde zunächst nicht in Österreich vermutet – zu identifizieren und auszuforschen. Die beiden versuchten unter falschen Namen in Österreich Asyl zu bekommen. Beide Tatverdächtigen wurden zur Verhängung der Auslieferungshaft in die Justizanstalt Ried im Innkreis eingeliefert. (APA, red, 21.5.2024)