Kapitän: Stefan Hierländer mit dem Teller.
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Graz - Die Double-Helden von Sturm Graz sind am Montag für den Fußball-Meistertitel sowie den ÖFB-Cupsieg geehrt worden. Am Grazer Hauptplatz wurde die Mannschaft um Trainer Christian Ilzer von etwa 15.000 Fans frenetisch gefeiert, zuvor hatten sich die Verantwortlichen und Kicker im Rathaus ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. Auch ÖFB-Präsident Klaus Mitterdorfer, Ligachef Christian Ebenbauer, Sportminister Werner Kogler und die Grazer Bürgermeisterin Elke Kahr waren zugegen.

Schwarzweiß: Meisterparty auf dem Hauptplatz.
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Sturm-Präsident Christian Jauk richtete angesichts der Stadionfrage in Graz einen flammenden Appell an die Politik. "Das ist eine Euphorie, die diese Stadt elektrisiert. Ich möchte, dass man im Rathaus ein bisschen von dieser Euphorie aufnimmt", sagte Jauk und wies mit Blick auf die Ticketnachfrage und Mitgliederzahl (15.000) auf die zu kleine Stadionkapazität in Liebenau (15.312) hin. "Bitte, liebe Stadt Graz. Danke für die Einladung, aber gebt uns irgendwann auch das Gefühl, dass wir in dieser Stadt genauso willkommen sind wie die Menschen, die uns draußen feiern."

Euphorie: Tausende Hände in der Luft.
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Die Sturm-Profis skandierten lautstark "Sportklub Sturm Graz braucht eine Heimat", in der nächsten Saison werden die Champions-League-Heimspiele höchstwahrscheinlich in Klagenfurt stattfinden. Kahr hob ihren Bezug zum Fußball hervor. "Ich bin 62, habe selbst viel Fußball gespielt und mein Sohn ist beim SK Sturm", sagte die KPÖ-Bürgermeisterin, wies aber auch auf die oft schwierige Lebenssituation mancher Fans im Alltag hin. "Ich bin als Bürgermeisterin auch da, wenn es ihnen beschissen geht."

Cabrio: Die Mannschaft von Sturm Graz lässt sich gebührend feiern.
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Sportminister Kogler (Die Grünen) wollte sich nicht einmischen. "Wenn alle zusammenhalten, werden wir die Stadionfrage auch noch klären. Wir werden vermittelnd eingreifen, ich habe die Botschaft verstanden", sagte Kogler und lobte die Verantwortlichen um Jauk, Sportchef Andreas Schicker und Trainer Ilzer. "Ihr seid das neue magische Dreieck."

Ansprache: Bürgermeisterin Elke Kahr (KPÖ) am Mikrofon.
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Mitterdorfer sah ebenfalls die Politik am Zug. "In allen Bundesländern ist das Infrastruktur-Problem riesig. Die Politik ist gefordert, die Infrastruktur mitzugestalten. Es wäre wichtig, dass wir in den nächsten Jahrzehnten noch Heimstätten für junge Menschen haben, damit diese ein tolles Hobby betreiben können", sagte der ÖFB-Präsident. Jauk ergänzte: "Wir werden die steirische Urkraft einsetzen, damit man auch in Graz weiß, dass das zweite Stadion kommen muss."

Gesichtet: Franco Foda (links) mit Ex-Präsident Charly Temmel.
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Nach dem Eintrag ins Goldene Buch wurden die "Schwoazen" auf der Bühne gefeiert. Zuvor waren sie mit einem Cabrio-Bus zur Meisterfeier gekommen, begleitet von schwarz-weißem Konfettiregen. Die Einlässe zum Hauptplatz hatten aufgrund des Andrangs bereits eine Stunde vor dem offiziellen Start der Feierlichkeiten geschlossen werden müssen. "Uns allen geht es heute überragend. Wir haben eine fantastische Saison hinter uns. Mir geht es unglaublich gut und ich bin extrem dankbar, dass ich das alles miterleben darf", sagte Ilzer.

Familiensilber: Grazer Zusammenhalt mit Meisterteller und Cup-Trophäe.
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Otar Kiteishvili, bester Spieler der Bundesliga-Saison, wurde von seinen Teamkollegen in die Luft geworfen. "Da steht die beste Mannschaft mit den besten Fans. Es freut mich sehr, dass wir diese Geschichte zusammen geschrieben haben", sagte der Georgier, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, auf Deutsch. "Ihr habt uns die ganze Saison getragen", bedankte sich Kapitän Stefan Hierländer bei den Anhängern.

Torjäger Mika Biereth tauchte mit einem aufgeklebten Schnurrbart, Perücke und als einziger noch im Trikot auf. "Dafür gibt es keinen Grund. Jeder hat einfach eine gute Zeit, es war eine sehr gute Party", sagte die Arsenal-Leihgabe einen Tag nach dem 2:0-Heimsieg im Herzschlagfinale gegen Austria Klagenfurt sichtlich bedient. Jusuf Gazibegovic klärte mit Blick auf eine lange Partynacht auf. "Mit Mika habe ich einen starken Konkurrenten gehabt, der noch immer nicht geduscht ist." (APA, 21.5.2024)