Lungenkrebs gilt als die zweithäufigste Krebsart weltweit.
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Innsbruck – An der Medizinischen Universität Innsbruck ist ein neues Arzneimittel zur Bekämpfung von Lungenkrebs entwickelt worden. Ein sogenanntes Radiopharmazeutikum soll die Erkennung und Behandlung des kleinzelligen Lungenkarzinoms verbessern, teilte die Med-Uni Innsbruck am Dienstag mit. Zehn bis 15 Prozent aller Lungenkrebsfälle betreffen diese Krebsart. Zuvor steht aber noch die Weiterentwicklung für den klinischen Einsatz an, für die ein US-Industriepartner mit ins Boot geholt wurde.

Radiopharmaka werden sowohl bei der Diagnostik in Zusammenhang mit bildgebenden Verfahren als auch bei der Behandlung eingesetzt. Das an der Universitätsklinik für Nuklearmedizin entwickelte Molekül bindet spezifisch an den Cholecystokinin-2-Rezeptor. "Über den Rezeptor – einer Eiweißstruktur, die auf der Zelloberfläche sitzt – wird das Medikament ins Innere der Krebszelle eingeschleust. Dadurch kann zum einen das Tumorgewebe bildgebend dargestellt werden, die Tumorzellen können aber auch gezielt und unter Schonung des gesunden Gewebes mit radioaktiver Strahlung zerstört werden", sagte die verantwortliche Radiopharmazeutin Elisabeth von Guggenberg.

"Bedeutender Fortschritt"

Das Medikament könne indes bei verschiedenen Tumoren eingesetzt werden, die diesen Rezeptor aufweisen. "Beim kleinzelligen Lungenkarzinom ist dies mit einer Häufigkeit von mehr als 50 Prozent der Fall", hielt die Wissenschafterin fest. Für Irene Virgolini, Direktorin der Universitätsklinik für Nuklearmedizin, stelle dies einen "bedeutenden Fortschritt auf dem Gebiet der Onkologie dar". Dadurch konnte der Nachweis der "verbesserten Visualisierung des Tumors" erbracht und damit auch die "Grundlage für die Peptid-Rezeptor-Radionuklid-Therapie mit therapeutischen Radionukliden" geschaffen werden.

Die Erkenntnisse wurden im European Journal of Nuclear Medicine and Medical Imaging publiziert. Nun gelte es, das Radiopharmakon weiterzuentwickeln, wobei man dafür mit dem US-Unternehmen Evergreen Theragnostics eine Lizenzvereinbarung geschlossen habe. "Diese Partnerschaft ist ein wichtiger Meilenstein bei der Umsetzung von Spitzenforschung in konkrete klinische Lösungen", sagte Virgolini.

Die Medizinische Universität Innsbruck verwies indes auf die Häufigkeit von Lungenkrebs. Die Krebsart gilt als zweithäufigste weltweit. In Europa wurden im Jahr 2020 318.327 neue Lungenkrebsfälle verzeichnet. In Österreich wurden im Jahr 2022 bei 2901 Männern und 2302 Frauen ein bösartiger Tumor der Lunge entdeckt. Mit einer geschlechterabhängigen Häufigkeit von 12,6 bis 13,5 Prozent der Lungenkarzinome betreffen 580 dieser Fälle das kleinzellige Lungenkarzinom. (APA, 21.5.2024)