Ein weiteres Mal ist ein E-Bike-Akku beim Laden in Brand geraten, diesmal wurde dadurch in der Nacht auf Dienstag ein Feuerwehreinsatz in Berlin ausgelöst, wie unter anderem Heise Online und die DPA berichten. Insgesamt 62 Feuerwehrleute waren bei der Bekämpfung des Brands in einem 13-geschößigen Wohnheim im Ortsteil Fennpfuhl im Einsatz. Im gesamten Apartment habe es gebrannt, sechs Personen wurden anschließend betreut.

Einem Sprecher der Berliner Feuerwehr zufolge kommt es immer häufiger vor, dass Feuerwehrleute gegen Brände ausrücken müssen, die beim Laden von E-Bike-Akkus verursacht werden. Anfang Februar hatte der STANDARD erläutert, dass durch Lithium-Akkus verursachte Feuer schlimmer sein können als herkömmliche Brände, da diese nicht gleichmäßig geschehen, sondern dazu tendieren, mehrfach zu explodieren, wie auch im nachfolgenden Video der Sachverständigenorganisation Dekra gezeigt wird.

E-Bike Akkubrand - DEKRA
DEKRA Germany

Teil der Problems ist, dass E-Bikes zwar beliebt, aber alles andere als günstig sind. Und daher greifen weniger finanzstarke Kunden oft zu Billigprodukten oder zu Ladegeräten und Akkus, die von nichtlizenzierten Drittanbietern stammen. Diese sind wiederum oft von geringerer Qualität und können somit eine Gefahr darstellen.

Warnung vor falschem Laden

Die Berliner Feuerwehr spricht daher erneut eine Warnung vor unsachgemäßem Laden von E-Bike-Akkus aus, auch die Feuerwehr der Stadt Wilhelmshaven hatte dem Bericht von Heise Online zufolge zuletzt entsprechende Ratschläge veröffentlicht.

So wird davon abgeraten, den Akku des E-Bikes direkt in der Wohnung zu laden, stattdessen sollte dies nach Möglichkeit zum Beispiel auf dem Balkon erfolgen. Auch sollte das unbeaufsichtigte Laden unterlassen und regelmäßig geprüft werden, ob alles korrekt verläuft. Nachts, während man schläft, sollte nicht geladen werden. Zu ungewöhnlichen Anzeichen während des Ladevorgangs gehören eine starke Hitzentwicklung, die Verformung des Akkus oder der Austritt von Flüssigkeiten. In dem Fall sollte die Stromzufuhr unbedingt unterbunden werden.

"Akkus haben eine Wohlfühltemperatur zwischen 20 °C und 30 °C", sagt Holger Erber vom Vorbeugenden Brandschutz der Berufsfeuerwehr Wilhelmshaven: "Das ist die Temperatur, bei der sie idealerweise geladen werden sollten. Frost, direkte Sonneneinstrahlung oder Hitzequellen in unmittelbarer Nähe gilt es deswegen zu vermeiden."

Nicht selber löschen

Auch rät die Feuerwehr von Wilhelmshaven, dass ausschließlich Originalzubehör oder vom Hersteller zugelassene Ersatzprodukte genutzt werden. Beschädigte, heruntergefallene und aufgeblähte Akkus sollten auf keinen Fall verwendet werden. Außerdem sollte der Akku so platziert sein, dass er während des Ladevorgangs nicht herunterfallen kann. Am sichersten ist der Ladevorgang auf einem gefliesten Boden, Estrich oder einer feuerfesten Unterlage.

Auf jeden Fall sollte auch verhindert werden, dass der an die Steckdose angesteckte Akku etwaige Fluchtwege, also zum Beispiel das Stiegenhaus, blockiert. Im Fall eines Brands sollte sofort der Notruf gerufen und nicht versucht werden, das Feuer selbst zu löschen. Denn durch giftige Gase, ätzende Substanzen oder eine Verpuffung besteht für Laien eine entsprechend hohe Verletzungsgefahr. (stm, 21.5.2024)