Feuerwehrfahrzeug Frontalansicht.
128 Feuerwehrmitglieder standen aufgrund der Überflutungen in der Nacht auf Mittwoch bei Auspump-, Reinigungs- und Sicherungsarbeiten im Einsatz.
APA/GEORG HOCHMUTH

Waidhofen an der Thaya / Graz – Starkregen hat am Dienstagnachmittag im Bezirk Waidhofen an der Thaya zu überfluteten Kellern und vermurten Straßen geführt. In mehreren Gemeinden standen 128 Feuerwehrmitglieder bei Auspump-, Reinigungs- und Sicherungsarbeiten im Einsatz, teilte das Bezirksfeuerwehrkommando Waidhofen an der Thaya in der Nacht auf Mittwoch mit. Der Schwerpunkt der Einsätze lag demnach in den Gemeinden Dietmanns und Groß-Siegharts.

Die Kellergasse in Dietmanns wurde rund 30 Zentimeter überflutet. Der mitgerissene Schlamm verstopfte die Kanalisation, berichtete die Feuerwehr. In Groß-Siegharts kam es im Stadtgebiet zu Überflutungen. Wasser drang etwa in die Tiefgarage am Hauptplatz ein und drohte die abgestellten Fahrzeuge zu beschädigen. Mehrere Straßenzüge standen unter Wasser, ebenso wie der Ausbildungsplatz des örtlichen Hundesportvereins. Auch in einem Mehrparteienhaus und in einem Bekleidungsgeschäft drang Wasser ein und musste abgepumpt werden.

Wassereintritt in Garage

Erste Notrufe hatten die Feuerwehr gegen 17.30 Uhr erreicht. In Ulrichschlag und Lichtenberg flossen die Wassermassen von den Äckern und Wiesen in die Ortschaften und überfluteten einige Keller. Auch in der Bezirkshauptstadt selbst führten die enormen Niederschläge zu mehreren Feuerwehreinsätzen. Bei einem Geschäft kam Wasser durch das Dach. Im Stadtgebiet drückten die Wassermassen einige Kanaldeckel auf und mussten von den Feuerwehrleuten wieder befestigt werden. Am Abend kam es im nördlichen Stadtteil erneut zu einem Wassereintritt in eine Garage. Insgesamt standen elf Feuerwehren in den Gemeinden Waidhofen an der Thaya, Windigsteig, Dietmanns und Groß-Siegharts im Einsatz.

Tornado in Graz

Ein kleiner Tornado in Graz und große Regenmengen in vielen Bezirken der Steiermark sind Dienstagabend unterdessen die Folgen einer Störungszone gewesen, die sich aus dem Süden Richtung Österreich bewegt hat.

Geosphere Austria warnte auf der Online-Präsenz vor teils kräftigen Gewittern, die sich weiter nach Norden verlagern, "strichweise können große Regenmengen in kurzer Zeit fallen", hieß es. Es wurden keine Verletzte gemeldet.

Die Kleine Zeitung berichtete online von Überschwemmungen im Raum Leoben und Voitsberg, wo auch Alexander Podesser, Leiter der Geopshere Steiermark den Grazer Tornado bestätigte, "allerdings ein kleiner". Gegenüber dem ORF erklärte Podesser: "Ganz ungewöhnlich ist es nicht, es gibt Aufzeichnungen über Tornados in Graz, und seit 1900 wäre das der achte Tornado gewesen. Was aber ungewöhnlich ist, dass er so schön ausgebildet war, und deshalb war es eigentlich recht spektakulär."

Die zweithöchste Gewitterwarnung wurde von Geosphere Austria vorerst jedenfalls für östlich gelegene Teile der Steiermark und kleinere Gebiete im Nordwesten Niederösterreichs ausgesprochen. (APA, red, 22.5.2024)