"Die in der Stadt St. Pölten abgefeierte 'Pride-Parade' ist ein Zeichen der Dekadenz und dient einzig dazu, lauten und schrillen Interessengruppen eine Bühne zu geben."

Sagt wer? Der St. Pöltner FPÖ-Bezirksparteiobmann und Landtagsabgeordnete Martin Antauer.

Ein niederösterreichischer Landtagsabgeordneter verteidigt Pride-Paraden.
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Aber dann passierte etwas Bemerkenswertes. Es trat auf der Landtagsabgeordnete Florian Krumböck und sagte: "Aus meiner Sicht wäre es am besten, wenn es die Pride nicht geben müsste. Denn das würde heißen, wir brauchen uns nicht mehr mit Hass und Gewalt herumschlagen. Es würde heißen, wir brauchen uns nicht mehr um die psychische Gesundheit von LGBTQ-Personen sorgen – zumindest nicht mehr als um die der restlichen Bevölkerung. Aber: Wir sind nicht so weit. Solange Hass und Gewalt, gesundheitliche Probleme und Vorurteile Thema sind, wird es die Pride-Paraden und die Diskussion rundherum geben müssen."

Florian Krumböck ist Landtagsabgeordneter der ÖVP. Der niederösterreichischen ÖVP. Jener niederösterreichischen ÖVP, die erstens mit der Landes-FPÖ in einer Koalition ist und zweitens bisher nicht gerade als Interessenvertretung von Personen gleichgeschlechtlicher Ausrichtung aufgefallen ist.

Ob nicht auch manche ÖVP-Funktionäre und -Anhänger die Pride-Parade für "Dekadenz" halten, sei dahingestellt. Aber wenn immerhin ein Landtagsabgeordneter der Partei für Toleranz aufsteht, ist das auch nicht nichts. (Hans Rauscher, 27.5.2024)