Ein Projekt: Brennnesseljauche ansetzen

xxx (Symbolfoto) xxx
imago stock&people

Beim Schlendern durch das Gartencenter des Baumarktes bin ich in der Abteilung Pflanzenpflege/Dünger hängengeblieben. Dort findet man einige Regalmeter mit Kunst-, aber auch den einen oder anderen Biodünger. Mein Blick bleibt auf einem Gebinde mit Brennnesselsud haften, wandert dann weiter auf das Preisschild: Für einen Liter verlangt der Hersteller 20 Euro. Für eine ­Brühe, die sich wirklich jeder ganz leicht selbst und noch dazu gratis herstellen kann. Mein Gelächter war vermutlich noch in der Eisenwarenabteilung zu hören.

Unbestritten ist, dass Brenn­nesseljauche ein super Dünger ist: Sie enthält Stickstoff, Kalium, Kieselsäure – alles, was Pflanzen zur Stärkung, zum Wachsen und Ausbilden von Früchten benötigen. Was für ein Glück, dass dieses "Unkraut" im Garten (und im Wald) fröhlich vor sich hinwächst. Ich muss es zwar immer gegen Frau und Kinder ­verteidigen – heißt nicht umsonst Brennnessel das wehrhafte Grünzeug –, aber lange steht es sowieso nicht herum. Flugs wird es geerntet, in einen Kübel verfrachtet und mit (idealerweise) Regenwasser übergossen, bis der Grünschnitt komplett unter Wasser ist.

Abgedeckt wird das Ganze mit einem Blumentopfuntersetzer oder was eben sonst so passt. Dann kommt das Behältnis in die am weitesten entfernte Ecke im Garten, in die noch die Sonne scheint. Dort darf die Gemüsesuppe dann in Ruhe vor sich hingären. Nicht ganz: Einmal am Tag wird kräftig umgerührt, was den Gärungsvorgang beschleunigt. Der Gestank, den die schäumende Brühe in den kommenden Tagen absondert, ist wirklich gewöhnungsbedürftig, schwer zu beschreiben, einfach ekelhaft. (Deshalb steht sie ja auch im hintersten Winkel.) Steinmehl soll dagegen helfen, hätte ich beim letzten Mal aber nicht feststellen können. Wenn schließlich keine Bläschen mehr zu sehen sind, so nach rund zwei Wochen, ist der Pflanzenstärkungstrunk fertig. Noch abseihen, mit Wasser verdünnt (eins zu zehn) in die Gießkanne füllen und losdüngen.

Eine Ausstellung: Best of Austrian Design

Vor kurzem wurden die 50. Staatspreise für Design vom ­Ministerium für Arbeit und Wirtschaft verliehen. Gewonnen haben in verschiedenen ­Kategorien unter anderem eine Armprothese, ein Bohrlöschgerät sowie eine äußerst fesche Stubenwiege. Damit diese und andere äußerst sehenswerte Projekte einem breiteren Publikum näherkommen, zeigt das Designforum Wien im Museumsquartier die Schau Best of Austrian Design. Insgesamt gab es 218 Einreichungen, wobei 35 Projekte ausgewählt wurden. Die Kategorien lauteten Konsumgüter, Investitionsgüter, Produktgestaltung Interior ­sowie Spaces & Environment und Designimpacts-Concepts.

MQ, Quartier 21, Museums­platz 1; bis 3. 7. designforum.at

Ein Buch: Look Book – 01

Aufmerksamen RONDO-Leserinnen und -Lesern kommt der Name Anna Breit bestimmt ­bekannt vor. Die Fotografin hat ­bereits viele Modestrecken für uns geschossen – mit teils prominenten Protagonistinnen wie Anja Plaschg oder Anna Veith. Diese und weitere Auftragsbilder hat die Fotografin nun als Ausgangspunkt für ihr neues Buch Look Book – 01 genommen. Über 100 Fotos aus ihrem Archiv hat Anna Breit künstlerisch bearbeitet. In dem Buch, das als Schnittstelle zwischen angewandter und künstlerischer Fotografie verstanden werden soll, reihen sich gekörnte Nahaufnahmen von Gesichtern seriell und blattfüllend aneinander.

Look Book – 01, 170 × 210 mm, 128 Seiten, Fotohof Edition, € 35,–

(red, 31.5.2024)