Jannis Bonek
Orientierungsläufer Jannis Bonek strebt bei den Sport Austria Finals schon seinen zwölften Meistertitel an.
Sandro Anderes / anderesformat

Innsbruck – Taekwondo, Gewichtheben und Klettern, aber auch Tischfußball, Cheerleading, Schach und Minigolf – mit einer bunten Palette aus etablierten und jungen Sportarten gehen ab Mittwoch die Sport Austria Finals in Innsbruck und Umgebung in Szene. In der vierten Auflage des Multisport-Events werden bis Sonntag Staatsmeisterinnen und Staatsmeister in 45 Sportarten gekürt. Der Rekord von 45.000 Besuchern in Graz aus dem Vorjahr soll bei freiem Eintritt geknackt werden.

"Es werden Sportarten vor den Vorhang geholt, die nicht immer im Mittelpunkt stehen. Die haben es sich aber genauso verdient", sagte Sportminister und Vizekanzler Werner Kogler über die Finals. Sie könnten auch als "nationale Olympische Spiele bezeichnet werden". Mehr als 6500 Athletinnen und Athleten sind in über 200 Medaillenentscheidungen am Start.

Heimvorteil im Klettern

Die Kulisse ist unterschiedlich. Rennrodeln und Skibob finden auf dem Bergisel statt, der Discgolf-Parcours mit 18 Bahnen wurde im Zielbereich der nordischen Arena in Seefeld errichtet. Die Sportkletterer um die Paris-Starter Jessica Pilz und Jakob Schubert küren im Kletterzentrum Innsbruck erstmals im Rahmen der Finals ihre Staatsmeister. "Zahlreiche Sportarten an einem Ort, genau deswegen finde ich auch Olympische Spiele so besonders. Innsbruck ist sportbegeistert, das Event passt hier mit Sicherheit perfekt", sagte der gebürtige Innsbrucker Schubert.

Die Bogensportler treten im Tivoli-Stadion an, die Gewichtheber stemmen im Sportzentrum Rum. Die Wakeboarder gehen in der Area 47 im Ötztal an den Start, Wasserball wird outdoor im Tiroler Tivoli-Bad gespielt. "Jetzt hoffen wir nur noch, dass auch das Wetter mitspielt", meinte Wasserball-Fachwart Harald Hayek. Der ORF berichtet angefangen von der Eröffnungsfeier auf dem Landestheatervorplatz am Mittwochabend (ab 18.30 Uhr) täglich am Nachmittag von den Bewerben.

Vorschau auf Olympia 2028

Im Squash nimmt man bereits die Olympia-Premiere in Los Angeles 2028 ins Visier. Der 17-jährige Daniel Lutz und die elf Jahre ältere Jacqueline Peychär hoffen, in vier Jahren dabei zu sein. "Ich hatte die Hoffnung eigentlich schon verloren, dass es jemals passieren wird. Das gibt meiner Motivation noch einen Extraschub", sagte die Tirolerin Peychär über ihre Olympia-Ambitionen.

Auch Skateboarding steht bei den Spielen in Kalifornien wieder auf dem Programm. Die 17-jährige Julia Placek will bei Olympia dabei sein. Vanessa Herzog hat dies bereits geschafft, wenngleich im Winter. Die Weltklasse-Eisschnellläuferin steht in Innsbruck als Favoritin im Inline-Skating am Start – trotz ihres Radunfalls mit Prellungen und Fingerbrüchen vor zwei Wochen. Die gebürtige Tirolerin will den Sommer aus konditioneller Sicht wieder vermehrt auf Rollen verbringen.

Orientieren und wuzeln

Los gehen die Bewerbe mit dem Orientierungslauf am Mittwochabend, der WM-Dritte Jannis Bonek hat seinen zwölften Meistertitel im Visier. Donnerstag sind u. a. die Rodler und Kampfsportler (Judo, Taekwondo, Karate) gefordert, am Freitag stehen Floorball, Segeln am Achensee oder Tischfußball auf dem Programm.

Am Wuzler ist Stefan Burmetler (17) der Zweite der Weltrangliste, er wurde zuletzt in Dallas auch beim wichtigsten Event der World Series Zweiter. Seine Turnier-Reisen führten Burmetler schon nach Saudi-Arabien oder in die Emirate. "Meine Urlaubstage verbrauche ich eigentlich fast alle für Tischfußball-Turniere. Mein Chef unterstützt mich, wo es nur geht", sagt der Maurer-Lehrling aus dem Pielachtal in Niederösterreich. (APA, lü, 28.52024)