Benko soll 2017 einen damaligen Topmanager dazu gebracht, die Liegenschaft viel zu billig an Benkos Immobiliengruppe zu verkaufen.
Heribert Corn

Wien – Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) prüft derzeit eine Anzeige gegen René Benko und einen ehemaligen Topmanager von Kika/Leiner wegen des Verdachts der Untreue und des schweren Betrugs im Zusammenhang mit dem Kauf der Kika/Leiner-Liegenschaft in der Wiener Mariahilfer Straße im Jahr 2017 durch Benkos Immobiliengruppe. Das berichten die "Kronen Zeitung" und "News" und verweisen dabei auf eine ihnen vorliegende Strafanzeige.

Benkos Anwalt Norbert Wess bestätigte der APA auf Nachfrage, dass aufgrund einer Sachverhaltsdarstellung eine Anfangsverdachtsprüfung durch die WKStA stattfinde. Es sei jedoch laut WKStA "kein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Benko dazu anhängig". Das bedeutet, dass die Anfangsverdachtsprüfung noch nicht abgeschlossen ist.

Viel zu billig verkauft?

Konkret geht es um die Liegenschaft in der Mariahilfer Straße 10 - 18, auf der heute der Rohbau des geplanten Kaufhauses "Lamarr" steht. Anzeiger ist laut "News" und "Krone" der neue Eigentümer der Kika/Leiner-Immobilien. Kika/Leiner wurde im Mai 2023 von der Supernova-Gruppe des deutschen Unternehmers Frank Albrecht gekauft. Der Vorwurf: Benko habe 2017 einen damaligen Topmanager von Kika/Leiner dazu gebracht, das Haus viel zu billig an Benkos Immobiliengruppe zu verkaufen. Es geht dabei um den Verdacht auf Untreue und schweren Betrug.

Die Recherche-Plattform "Addendum" hatte bereits 2019 berichtet, dass es 2017 neben Benkos Angebot über 60 Mio. Euro ein weiteres Kaufoffert über 90 Mio. Euro gegeben habe. Laut der aktuellen Strafanzeige soll es sogar zwei Angebote gegeben haben, die höher waren als jenes von Benko: Demnach soll laut "News" und "Krone" die WertInvest-Gruppe des Unternehmers Michael Tojner 70 Mio. Euro geboten haben, die Welser XXXLutz-Gruppe 90 Millionen. Abgeschlossen wurde der 60-Millionen-Deal mit Benkos "Laura Privatstiftung". (APA, 29.5.2024)