Der Journalist Peter Rabl wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Der Journalist Peter Rabl wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
Medienfachverlag Oberauer/APA

Peter Rabl, der frühere Chefredakteur von "profil" und "Kurier", Moderator und Magazinchef im ORF, wurde vom Branchenmagazin "Österreichs Journalist:in" für sein "Lebenswerk" geehrt.

Rabl, 1948, in Bruck an der Mur geboren, hat eine lange und erfolgreiche Karriere zunächst als Lokaljournalist bei den NÖN, dann bei der "Wochenpresse", um schließlich das innenpolitische Ressort beim "Kurier" zu übernehmen. Von dort wanderte er zum ORF ab, wo er in der Zeit der Waldheim-Affaire durch ein besonders hartes Interview mit dem umstrittenen gleichnamigen Bundespräsidenten auffiel, das an den Rand des Abbruchs ging. Im "profil" löste er einen längeren Streik der Redaktion aus, als er gleichzeitig Chefredakteur und Geschäftsführer sein wollte. Von 1993 bis 2005 war Rabl dann Chefredakteur, Herausgeber und Geschäftsführer im "Kurier", den er auf ein "aktuelles Tagesmagazin" trimmte und den er aus der Boulevardisierung wieder in Richtung Qualitätsblatt führte. Rabl ging dort zunächst der Ruf eines "Redaktionsdiktators" voraus, er selbst verstand sich jedoch als Redaktionsmanager und bezog in den Umbau des Blattes eine breite Allianz von reformwilligen Mitarbeitern ein. Als er den "Kurier" verließ, gab es einiges Bedauern in den Journalisten, die Rabls Festigkeit gegenüber Interventionen und seine Fürsorge für die Belegschaft schätzen gerlernt hatten.

"Falter"-Chefredakteur Florian Klenk bezeichnete in seiner Laudatio im Veranstaltungssaal des ORF am Küniglberg Rabl als "bürgerlichen Liberalen", aber (unter Verwendung eines Zitats des einstigen Rabl-Kollegen Hans Rauscher, "einer der wenigen, die nicht falsch abgebogen sind".

In seiner kurzen Antwort zitierte Rabl seine Schwiegermutter: "Ich glaub, ich hab’s verdient". Eine Bescheidenheit, die ihn immer schon auszeichnete (red, 30.5.2024)