Das Bild zeigt Donald Trump
Zuerst war Tiktok für Trump ein Risiko für die nationale Sicherheit, jetzt will er dort selbst seine Botschaften loswerden.
REUTERS/SAM WOLFE

Donald Trump ist dem umstrittenen sozialen Netzwerk Tiktok beigetreten und hat binnen weniger Stunden 1,3 Millionen Follower gewonnen. Die App könnte dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten dabei helfen, vor allem Jugendliche zu erreichen, da sie in dieser Altersgruppe besonders beliebt ist. Die Wahlkampagne von Präsident Joe Biden ist auf der Plattform bereits vertreten.

Während seiner Präsidentschaft hatte Trump versucht, Tiktok zu verbieten, war aber am Widerstand der Gerichte gescheitert. Sein Nachfolger Joe Biden unterzeichnete im April ein Gesetz, das dem Mutterkonzern Bytedance eine Frist bis Jänner setzt, um Tiktok zu verkaufen. Andernfalls droht ein Verbot. Tiktok hat in den USA 170 Millionen Nutzer, das ist etwa die Hälfte der Bevölkerung. Die App steht wegen ihrer Nähe zur Regierung in Peking in zahlreichen Ländern unter Spionageverdacht. Das Unternehmen und die chinesischen Behörden haben diese Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen.

Noch im März hatte Trump gegen Tiktok und Facebook gewettert und sie als Risiko für die nationale Sicherheit bezeichnet. Allerdings würde ein Tiktok-Verbot nur Facebook in die Hände spielen. Der Mutterkonzern Meta hatte Trumps Zugänge für Facebook und die Fotoplattform Instagram nach den Unruhen vom 6. Jänner 2021 in Washington gesperrt, weshalb er auf dieses Onlinenetzwerk noch schlechter zu sprechen ist. Bei X hat Trump 87 Millionen Follower und auf seiner eigenen Plattform Truth Social sieben Millionen. (Reuters, 3.6.2024)