Mit neuen KI-Diensten von Google ist das so eine Sache. Nur weil diese offiziell vorgestellt werden, heißt das noch nicht, dass sie auch in allen Ländern sofort verfügbar sind. Gerade in der EU heißt es in dieser Hinsicht oft, einige Wochen oder gar Monate zu warten.

Gemini App
Die Gemini-App ist nun auch offiziell in der EU verfügbar.
Proschofsky / STANDARD

Das hat vor allem zwei Gründe: In vielen Fällen geht es dabei um durchaus sinnvolle und notwendige Anpassungen für einzelne Länder und Sprachen. Oftmals steht dahinter aber auch etwas ganz anderes: das Bestreben Googles, jeglichen Konflikt mit EU-Behörden zu vermeiden. Also werden neue Services für die EU nicht nur länger geprüft, zum Teil werden sie auch vorab mit Datenschutzbehörden abgeklärt. Das dauert natürlich.

Die Gemini-App ist da

Mit gehöriger Verzögerung schafft es nun auch ein zentrales KI-Angebot von Google ganz offiziell nach Österreich, Deutschland und Co: die Gemini-App. Diese lässt sich also auch hierzulande nun direkt aus dem Play Store auf Android-Geräten installieren, bei Apples iOS soll sie in den kommenden Wochen als Teil der Google-App verfügbar sein.

Das mag zunächst etwas seltsam klingen, lässt sich die Gemini-Webseite doch schon bisher problemlos nutzen und bietet auch die gleiche Kernfunktionalität. Interessant ist die App aber vor allem unter Android. Immerhin kann sie auf Googles eigenem Betriebssystem einiges mehr, etwa den Google Assistant als digitalen Assistenten ersetzen.

Möglichkeiten

Mit Zustimmung der User kann Gemini dann auch über einen Langdruck auf den Einschaltknopf aufgerufen werden. Zudem wird die App über das restliche Smartphone-Geschehen geblendet, und es lassen sich Fragen zu den jeweils dort gerade gezeigten Inhalten stellen, also etwa zu in einem Browser oder einer App zu sehenden Bildern und Texten.

Wer den Google Assistant auf seinem Smartphone mit Gemini ersetzen will, sei trotzdem gewarnt. Zwar erhält man damit einen wesentlich mächtigeren digitalen Assistenten, gleichzeitig ist die Unterstützung für die alten Assistant-Funktionen aber weiterhin bruchstückhaft. Eigens erstellte Regeln gehen mit Gemini etwa derzeit noch nicht, auch viele andere Funktionen fehlen.

Einschränkungen

Angemerkt sei, dass es schon bisher möglich war, die Gemini-App für Android auch in Österreich zu nutzen, indem sie manuell – also via "Sideloading" – installiert wurde. Die direkte Verfügbarkeit im Play Store macht den Zugriff aber natürlich erheblich einfacher.

Eine Einschränkung bleibt dabei allerdings: Gemini kann in der EU weiterhin keine Bilder erstellen, das bleibt anderen Regionen vorbehalten. Allerdings lässt sich auch diese Hürde über die Nutzung eines VPN-Dienstes einfach umschiffen. (Andreas Proschofsky, 5.6.2024)