Kopf einer jungen Frau vor weißem Hintergrund, vier Hände in Plastikhandschuhen halten jeweils eine Spritze an ihr Gesicht
Was ist Schönheit? Diese Frage kann man nicht allgemeingültig beantworten. Eines ist aber sicher: Man kann mit Beauty-Treatments nachhelfen, doch langfristig macht am Ende eine positive Ausstrahlung den entscheidenden Unterschied.
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Geht man zum Arzt, passiert das im Normalfall deshalb, weil man krank ist. Man will ein gerissenes Kreuzband richten lassen oder einen überbordenden Cholesterinspiegel wieder in den Griff bekommen. Und wenn man gesundheitsbewusst und motiviert ist, bespricht man dabei auch, wie man denn in Zukunft gesünder leben könnte.

Ganz anders ist das bei freiberuflichen ästhetischen Ärzten und plastischen Chirurginnen. Zu denen begibt man sich im Normalfall, weil man etwas am eigenen Körper verändern möchte, was aus rein gesundheitlicher Sicht nicht nötig ist. Der Wunsch nach Optimierung ist dabei ziemlich weit verbreitet, die Beauty-Medizin ist seit Jahrzehnten ein boomendes Geschäft. In den USA werden jährlich etwa 500 Milliarden Dollar dafür ausgegeben, das ist mehr, als in den Bildungssektor investiert wird. Operative Eingriffe halten sich seit Jahren auf konstant hohem Niveau. Minimalinvasive Eingriffe wie Botox, Filler, Lasertreatments oder chemische Peelings steigern sich zum Teil im zweistelligen Prozentbereich.

"Dabei kommt ein großer Teil unserer Patientinnen und Patienten zu uns, weil sie einen falschen Eindruck von sich haben", sagt Rolf Bartsch über seine Arbeit als plastischer Chirurg. "Sie sind sich ihrer eigenen Schönheit nicht bewusst. Das ist eine Herausforderung für uns als Ärztinnen und Ärzte. Wollen wir wirklich Patientinnen und Patienten aufgrund einer Fehleinschätzung behandeln? Oder ist es nicht vielmehr unsere Aufgabe aufzuklären?"

Genau das tut Bartsch in seinem soeben erschienenen Buch Wa(h)re Schönheit. Im STANDARD-Interview spricht er über vermeintliche Schönheitsideale, Geschäftsinteressen in der Beauty-Industrie und die Frage, wie man es schafft, auch mit 86 Jahren noch so zu strahlen wie Jane Fonda.

STANDARD: Die Menschen streben schon immer nach dem Schönen. Frauen im alten Griechenland etwa sollen sich Tollkirschensaft in die Augen geträufelt haben, damit sich die Pupille erweitert, Schönheit war sogar wichtiger als klare Sicht. Woher kommt dieses Bedürfnis?

Bartsch: Ich glaube, ein Gefühl für Schönheit ist genetisch determiniert. Da geht es nicht nur um die Menschen, sondern auch um die Schönheit in der Natur, von Blumen, von Tieren, von einem blauen Himmel zum Beispiel. Es tut uns einfach gut und fühlt sich angenehm an, in schöner, farbenfroher Natur zu sein, das spüren wir unmittelbar.

STANDARD: Stimmt, in der Natur nehmen wir das positiv auf. Aber in Bezug auf die Menschen geht mit dem Bedürfnis nach Schönheit sehr oft eine Wertung einher. Wir beurteilen Menschen fast schon automatisch nach ihrem Äußeren. Ist das auch genetisch bedingt?

Bartsch: Das ist eine gute Frage, und ich würde sagen, zu einem bestimmten Teil ja. Der Mensch ist auf Fortpflanzung programmiert, hat aber wenig Möglichkeit zu prüfen, ob man mit einem Gegenüber potenziell gesunde Kinder zeugen kann. Hat jemand zum Beispiel gleichmäßige Züge, ein ebenmäßiges, frisches Hautbild, sind das evolutionär gesehen Hinweise auf gute Gesundheit, der genetische Code dieser Person sollte passen. Umgekehrt weist ein schlechtes Hautbild womöglich auf eine Krankheit hin, um nur ein Beispiel zu nennen. Man kann das wissenschaftlich nicht wirklich prüfen, aber diese Theorie gibt es.

Aber was man als schön empfindet, hängt ja nicht nur von der Optik ab. Geruch, Bewegungsmuster, Ausstrahlung, die ganze Aura spielen da mit.

STANDARD: Trotzdem gibt es klare optische Schönheitsstandards in unserer Welt. Die Britin Florence Colgate etwa wurde im Jahr 2012 von einer Fernsehshow anhand von Computerberechnungen zur schönsten Frau der Welt gekürt. Sie war damals 18, die Proportionen ihres Gesichts entsprechen beinahe perfekt dem Goldenen Schnitt, der auch in der Architektur für schöne Proportionen genutzt wird. Und das Gesicht ist auch wirklich schön, aber irgendwie auch ein bisschen langweilig. Woran liegt das?

Bartsch: Langweilig würde ich nicht sagen, aber sie sieht irgendwie ganz normal aus, also alltäglich. Es kann aber auch sein, dass man das als Betrachter hineinsuggeriert, vielleicht ist sie ja ein total witziger Mensch und hat ganz besondere Talente. So ein scheinbar perfektes Bild zeigt einem die eigene Imperfektion. Und indem wir dieser Schönheit dann Alltäglichkeit zuschreiben, werten wir uns selbst auf. Das hilft, die eigene Existenz zu akzeptieren, die eben nicht "perfekt" ist.

Britain's Most Natural Beauty: Florence Colgate Wins TV Award for Most Perfect Face
A schoolgirl from the British seaside town of Deal in Kent has been found to have the most scientifically beautiful face -- at least for the purposes of TV. 18 year old Florence Colgate, who works part time at a fish and chip shop, won a competition called 'Br
JewishNewsOne

Das Bild zeigt außerdem, dass ein Foto nur eine Momentaufnahme ist, bei der viele andere, subtilere Informationen fehlen. Das ist aber genau das Drama in unserer von Social Media geprägten Welt, die von Selfies und Kurzvideos lebt, da wird eine Perfektion vorgespielt, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Das kann sich extrem negativ auf das Selbstwertgefühl der Betrachtenden auswirken. Darum finde ich es wirklich wichtig, dass man Menschen persönlich trifft. Nur wenn man einer Person in ihrer Gesamtheit gegenübersteht, kann man wirklich ein Gefühl für sie bekommen.

STANDARD: Kann man Schönheit überhaupt definieren? Wie sehen Sie das als plastischer Chirurg?

Bartsch: Schönheit hat in Wirklichkeit nur zu einem kleinen Teil mit Äußerlichkeiten zu tun. Den viel wichtigeren Anteil haben Selbstliebe und ein gutes Selbstwertgefühl. Man muss sich selbst schätzen, auf eine positive Art, nicht egoistisch. Diese innere Zufriedenheit strahlt nach außen. Kein Eingriff der Welt kann diese Optik erzeugen.

STANDARD: Das spricht eigentlich gegen Beauty-Eingriffe ...

Bartsch: Nein, das würde ich nicht sagen. Man kann sich selbst schätzen und trotzdem mit der eigenen Nase oder der Brustgröße nicht glücklich sein. Ein Eingriff kann eine gute Ausstrahlung absolut unterstützen. Umgekehrt kann der perfekteste Busen oder das wohlproportionierteste Gesicht nicht wirken, wenn die Person nicht in sich ruht. Das Schwierigste in der ästhetischen Medizin ist nicht der Eingriff selbst, sondern zu entscheiden, was mache ich. Und was mache ich nicht.

STANDARD: Und wie entscheidet man das? Da spielen ja durchaus auch wirtschaftliche Motive hinein ...

Bartsch: Ich glaube, als ästhetischer Arzt muss man sehr vorsichtig sein, auch zum eigenen Schutz. Man entwickelt da im Lauf der Zeit ein gewisses Bauchgefühl, wenn man mit ästhetischen Wünschen konfrontiert wird, die aus der falschen Motivation heraus kommen und die eigentlich gar nicht erfolgreich sein können. Das sollte man nicht tun, weil es fast immer zu Enttäuschung führt.

Porträt Rolf Bartsch
Rolf Bartsch (47) ist Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Medizin mit privater Ordination in Wien. Er betreibt einen Youtube-Kanal, auf dem er kritisch über Beauty-Trends aufklärt. Er selbst hat lange keine Treatments angewendet, da er ohnehin immer zu jung ausgesehen habe, sagt er. Mit Anfang 40 hat er erstmals etwas Botox und Filler probiert, außerdem fokussierten Ultraschall – in erster Linie, um den Status quo etwas länger zu erhalten.
© Lisa-Maria Köck Fotografie

Ich hatte das Glück, auch aus wirtschaftlicher Sicht, von Anfang an Eingriffe ablehnen zu können. Ich war in einen Klinikkomplex eingebettet, in dem ich sehr viel gelernt habe. Natürlich habe ich auch Fehler gemacht, manches würde ich heute so nicht mehr machen. Man braucht viel Empathie und Bauchgefühl, um das Gegenüber zu erspüren. Das tun aber viel zu wenige, weil es in dieser Branche um viel Geld geht. Man kann richtig gut verdienen, das ist natürlich eine Verlockung.

STANDARD: Wie entwickelt man als plastischer Chirurg dann ein berufliches Ethos?

Bartsch: Indem man empathisch auf die Menschen zugeht, sich auf sie einlässt und versucht zu erspüren, wie sie ticken. Das ist eine lebenslange Reise, auf die man sich täglich neu einlassen muss und in der man auch die eigene Arbeit sehr kritisch hinterfragen muss.

Und es ist auch anstrengend. Nicht unbedingt die Tage im Operationssaal, die können zwar lang sein, aber da gibt es ein Arbeitsprotokoll, und das arbeitet man ab. Wirklich anstrengend sind die Beratungstage. Da muss ich jedem Patienten, jeder Patientin frisch und entspannt gegenübersitzen und entscheiden, welcher Wunsch gerechtfertigt ist und wo eine rote Linie überschritten werden könnte. Da geht es oft auch darum, Vorstellungen geradezurücken, zu erklären, warum etwas keine gute Idee ist.

STANDARD: Macht man bei diesen Entscheidungen auch mit langjähriger Erfahrung noch Fehler?

Bartsch: Ja, davor ist man nicht gefeit. Wichtig ist aber, dass man ehrlich reflektiert, ob und warum man etwas besser hätte auslassen sollen. Ich mache am ehesten dann etwas, das ich selbst eigentlich übertrieben finde, wenn Menschen mit stark überzogenen Ansprüchen kommen. Dann versuche ich, die etwas einzufangen, am Ende macht man dann auch viel weniger, als ursprünglich gewünscht war. Ich mache das auch, weil ich weiß, die gehen sonst woanders hin, und dann wäre das womöglich wirklich schädlich für die Person. Manche Menschen muss man auch vor sich selbst schützen. Das versuche ich. Oder zumindest rechtfertige ich es so vor mir selbst.

STANDARD: Wie kommt man raus aus so überzogenen Vorstellungen von der eigenen Optik? "Etwas machen zu lassen" ist ja für viele auch junge Menschen inzwischen schon ziemlich normal.

Bartsch: Wir müssen die Zeit auf Social Media massiv reduzieren. Das ist wirklich verbrannte Lebenszeit. Und diese Netzwerke verzerren unser Selbstbild.

STANDARD: Sie meinen die Welt der Influencerinnen und Influencer?

Bartsch: Ja, da wird man mittlerweile mit total gestörten Körperbildern gefüttert. Für Frauen etwa wird der durchtrainierte Körper mit großer, fester Brust und prallem Po bei extrem schmaler Taille propagiert. Da gibt es eine Fitness-Influencerin, die existiert aber real gar nicht, sie ist KI-generiert. Es ist schlicht unmöglich, dieses Körperbild zu erreichen.

fit_aitana ist eine mit KI generierte Fitfluencerin. Doch die Entwickler propagieren damit ein total gestörtes Körperbild, betont Plastiker Bartsch. Diese Proportionen kann man einfach nicht auf natürliche Art erreichen.
Die KI-generierte Sport-Influencerin fit_aitana posiert vor einem pinken Monstertruck

STANDARD: Sie haben sich intensiv mit Selfies auseinandergesetzt. Tragen die auch zu einem verzerrten Selbstbild bei?

Bartsch: Definitiv. Auf so einem Foto kann man nur schlechter aussehen als in der Realität. Die Selfie-Kamera im Handy hat ein Weitwinkelobjektiv, weil man sonst bei dem kurzen Abstand gar kein Bild machen könnte. Dadurch wirkt das Gesicht automatisch verzerrt, die Nase erscheint größer, Jochbein und Unterkieferkontur wirken schmäler. Macht man genau die gleiche Aufnahme aus 150 Zentimeter Abstand statt aus 40, sieht man gleich um Jahre jünger und frischer aus. Nur ist das vielen gar nicht bewusst.

Porträt von Rolf Bartsch, einmal mit de Frontkamera am Handy, einmal mit der normalen Kamera.
Die Bilder wurden am selben Tag, am selben Ort, mit demselben Handy gemacht. Links hat sich Rolf Bartsch mit der Selfiekamera fotografiert, das Foto wurde verbessert durch ein Ringlicht und einen Glättungsfilter. Das rechte Bild wurde mit der normalen Handykamera im passenden Abstand aufgenommen. Es wurde kein Filter angewendet.
Bartsch

STANDARD: In der Beauty-Industrie gibt es, wie in jeder anderen Branche, Trends. Was ist jetzt gerade angesagt?

Bartsch: Da gibt es unterschiedliche Trends. Für Frauen etwa sind aktuell ausgeprägte Gesichtszüge angesagt. Eine sehr markante Jawline, also eine kräftige Kinnpartie, stark definierte Jochbeine, ausgeprägte Lippen und ein sehr schmaler Hals stehen für Selbstsicherheit und Dominanz. Andererseits gibt es den natürlichen Look, bei dem es in erster Linie darum geht, das Hautbild und die Gewebestruktur zu verbessern. Gerade in dem Bereich kommen derzeit auch viele neue Materialien auf den Markt, Biostimulatoren etwa. Das sind keine herkömmlichen Filler, sondern sie unterstützen das Gewebe dabei, selbst wieder für mehr Fülle zu sorgen.

Und mit Longevity oder Langlebigkeit kommt ein neuer Trend auf uns zu, der in der breiten Öffentlichkeit noch nicht so richtig angekommen ist, aber in der Industrie schon sehr genau beobachtet wird. Da ist natürlich auch die ästhetische Medizin gefragt.

Buchcover Wa(h)re Schönheit
Das Buch "Wa(h)re Schönheit. Wie Social Media und Selfies Ihr Selbstbild zerstören. Und damit Milliarden verdient werden" von Rolf Bartsch ist im Kinesis-Verlag erschienen. 191 Seiten / € 24,95.
Kinesis

STANDARD: Inwiefern?

Bartsch: Wir sprechen da von der sogenannten Medizin 3.0, in der ein gesunder Lebensstil eine große Rolle spielt. Es geht ja dabei nicht darum, ewig zu leben, sondern darum, die Lebensphase in Gesundheit zu verlängern. Gesund alt wird man im Normalfall dann, wenn man gut schläft, sich regelmäßig bewegt und sich vor allem gesund ernährt. Hier sieht man in der Ästhetikindustrie den Bedarf voraus, dass man die Menschen im Alter ästhetisch zusätzlich unterstützt.

Das wird womöglich auch die Aufgaben der ästhetischen Medizin verändern, fast schon hin zur Lebens- und Gesundheitsberatung. Es bringt nämlich recht wenig, zu lasern, zu peelen, zu straffen oder zu unterspritzen, wenn der Lebensstil einer Person diese Maßnahmen konterkariert. Den Menschen muss klar sein, dass sie den Schlüssel für ihr Aussehen selbst in der Hand haben, die ästhetische Medizin kann nur unterstützen. Ist die Haut durch Rauchen, Sonne oder auch zu viel Alkohol ruiniert, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen.

STANDARD: Das heißt, wir brauchen mehr Gesundheitsbewusstsein?

Bartsch: Definitiv. Es wird keine Zauberpille geben, die die Eigenverantwortung für ein langes, gesundes Leben ersetzt. Die Industrie kann sich ja freuen darüber, wenn man sich zum Beispiel schlecht ernährt und zu hohes Cholesterin hat. Dann nimmt man einfach für den Rest des Lebens täglich eine Tablette ein. Das gilt auch für die Medikamente zum Abnehmen, die jetzt so gehypt werden. Die haben absolut ihre Berechtigung, aber sie haben nichts in der ästhetischen Medizin verloren.

STANDARD: Aber was kann ästhetische Medizin wirklich leisten? Hollywood-Schauspielerin Jane Fonda hat in einem Interview einmal gesagt, die plastische Chirurgie habe ihr optisch zehn Jahre geschenkt. Jetzt ist sie 86 und sieht sensationell aus. Ist es wirklich der Erfolg der Medizin, dass sie so strahlt?

Jane Fonda im Alter von 85, sie hält einen Blumenstrauß in der Hand
Jane Fonda ist 86 – und sieht dabei sensationell aus (hier im Februar 2023, auf der Pressekonferenz als Richard Lugners Opernballgast). Plastische Chirurgie spielt dabei eine Rolle, aber sie kann nur unterstützen, betont Bartsch.
Christian Fischer

Bartsch: Nein, definitiv nicht. Wir müssen uns verabschieden von dem Glauben, dass alles möglich ist. So ein Strahlen kann nur von innen kommen, wenn man Spaß und Freude am Leben hat, wenn man sich kritisch selbst hinterfragt und der Welt mit Wertschätzung entgegentritt. Ästhetische Medizin kann bei den typischen Alterungszeichen ein bisschen nachhelfen, aber da sprechen wir vielleicht von 20 Prozent.

STANDARD: Was empfehlen Sie den Menschen in puncto Schönheit?

Bartsch: Am wichtigsten ist wirklich Selbstliebe und -reflexion. Und dann gibt es natürlich noch ein paar praktische Dinge. Guter und regelmäßiger Sonnenschutz zum Beispiel ist extrem wichtig gegen die Hautalterung. Und die Ernährung ist ein ganz wichtiger Schlüssel.

STANDARD: Wie soll man am besten essen?

Bartsch: Abwechslungsreich. Je abwechslungsreicher man isst, desto vielfältiger ist das Mikrobiom im Darm. Das wiederum hat wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem und auch auf die Psyche. Da gibt es aber keine Tablette dafür. Unser Darm ist ein bisschen wie ein Kleinkind, man muss ihn permanent mit neuem Input reizen, damit ihm nicht langweilig wird. Trinkt man immer nur Ananassaft, wird das Mikrobiom auch einseitig. Wir sollten über die Woche verteilt 30 bis 50 unterschiedliche Pflanzen und Gemüse essen, damit das Mikrobiom ständig ein neues Spielzeug hat. Dazu gehört auch, dass wir neugierig sind, neue Speisen kosten und es uns ab und zu gutgehen lassen, so richtig genießen. Dann geht im Darm praktisch eine Kaskade los, bei der dann am Ende bessere Gesundheit und Schönheit herauskommen. (Pia Kruckenhauser, 8.6.2024)