UN-Generalsekretär António Guterres hat am Dienstag Regierungen weltweit dazu aufgefordert, Werbung für Kohle, Öl und Gas zu verbieten. "Ich appelliere an alle Länder, die Werbung von Unternehmen für fossile Brennstoffe zu verbieten", sagte Guterres bei einer Ansprache im American Museum of Natural History in New York. Vorbild sind für ihn Regeln für die Werbung für gesundheitsschädliche Produkte, wie etwa Tabak, die viele Länder schon heute beschränken oder ganz unterbinden.

Er prangerte die Greenwashing-Praktiken der fossilen Energiekonzerne an und kritisierte die Rolle von Werbe- und PR-Unternehmen bei der Verbreitung von Desinformation über den Klimawandel. "Milliarden von Dollar wurden dafür aufgewendet, die Wahrheit zu verdrehen, die Öffentlichkeit zu täuschen und Zweifel zu säen", sagte der UN-Generalsekretär. Die Kommunikationsfirmen, welche die fossilen Energieunternehmen dabei unterstützten, nannte Guterres "Mad Men, die den Wahnsinn anheizen".

Guterres fordert ein weltweites Aus für fossile Werbung.
AFP/CHARLY TRIBALLEAU

Kreative Werbeköpfe wenden sich von fossiler Werbung ab

Er forderte die Werbe- und PR-Branche auf, keine neuen Kunden aus der fossilen Industrie mehr anzunehmen und Pläne zu entwickeln, bestehende Kunden fallenzulassen. "Fossile Brennstoffe vergiften nicht nur unseren Planeten – sie sind auch Gift für Ihre Marke", sagte Guterres. Gleichzeitig betonte er, dass die Branche voll von Köpfen sei, die sich bereits für die gute Sache einsetzten. Diese würden sich zunehmend Unternehmen zuwenden, die sich aktiv für Klimaschutz starkmachten.

Nachrichtenmedien und Onlineplattformen forderte Guterres auf, keine Werbung mehr für fossile Unternehmen zu schalten. 2020 hatte sich der britische Guardian entschieden, keine Anzeigen mehr von Öl- und Gasfirmen mehr anzunehmen – laut eigenen Angaben als erstes großes Nachrichtenmedium der Welt.

2021 hat Frankreich als erstes europäisches Land ein Werbeverbot für fossile Brennstoffe erlassen, das seit 2022 in Kraft ist. Es galt zunächst für Kohle und Öl und wurde ein Jahr später auf Gas erweitert. (red, 5.6.2024)