Wien/Oxford - Katharina Schell ist die APA-Geiringer-Stipendiatin des Jahres 2024. Die stv. APA-Chefredakteurin wird sich im Rahmen eines dreimonatigen Studienaufenthalts an der Universität Oxford mit der transparenten Kennzeichnung von Künstlicher Intelligenz (KI) im Journalismus beschäftigen. Ihr Ziel ist es, mit für die Medienbranche verwertbaren Ergebnissen zur Frage, ab wann eine Kennzeichnung von KI sinnvoll und angebracht ist, zurückzukehren.

Katharina Schell (52) ist die APA-Geiringer-Stipendiatin des Jahres 2024.
APA/Ian Ehm

Der von der APA - Austria Presse Agentur gestiftete Fonds zur journalistischen Weiterbildung dient der Förderung des Qualitätsjournalismus. Das Stipendium geht an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von österreichischen Medienhäusern sowie der APA selbst. Schell ist die mittlerweile 19. Stipendiatin. Das Stipendium wurde heuer zum ersten Mal seit 2016 wieder APA-intern vergeben. 2022 war ORF-Journalistin Vanessa Gruber in Oxford. Alle bisherigen Geiringer-Fellows und ihre Papers sind unter https://apa.at/about/alfred-geiringer-stipendium/ zu finden.

Innenpolitik und Medien

Die 52-jährige Schell ist seit 2016 als stv. APA-Chefredakteurin mit Innovationsthemen befasst und beschäftigte sich in den vergangenen Jahren auch intensiv mit KI - etwa als Mitglied der APA-Taskforce AI und in Umsetzungsprojekten wie dem "APA-Text-Assistant". Zuvor war sie in der Nachrichtenagentur u.a. Innenpolitik-Ressortleiterin, verantwortete die Medienberichterstattung und leitete zwischenzeitlich interimistisch das Kärntner APA-Büro. Abseits der APA war sie in ihrer Karriere als stv. Leiterin des Kultur- und Medienressorts beim "Kurier" tätig.

Der Namensgeber des Stipendiums, Alfred Geiringer, legte den Grundstein für den Weg zur Unabhängigkeit, den die Agentur seit 1946 gegangen ist. Geiringer musste 1938 aus Österreich emigrieren und kehrte 1945 als Reuters European Editor zurück. Die APA verdankt ihm maßgeblich die Loslösung aus fast einem Jahrhundert staatlicher Bindung und die Transformation zu einer Nachrichtenagentur, die heute allein den Grundsätzen Unabhängigkeit, Zuverlässigkeit und Ausgewogenheit verpflichtet ist.

Dank Geiringers Aufbauarbeit zählt die APA heute zur kleinen Gruppe von etwa 20 unabhängigen Agenturen weltweit, die sich im privaten Eigentum der Medien befinden, während die große Mehrzahl der Nachrichtenagenturen, nämlich etwa 90 Prozent, in staatlichem Eigentum oder staatlich kontrolliert ist. Die APA entschloss sich deshalb 2001, unter Geiringers Namen einen Fonds zur journalistischen Weiterbildung einzurichten. (APA, 10.6.2024)