Weil er einer Frau unerwünscht explizite Nachrichten, Fotos und auch ein Video geschickt hat, steht einem Mann nun eine Rechnung über mindestens 12.500 Euro ins Haus. Das geht aus einer Aussendung des Landgerichts Stralsund hervor.

Dieses hat am 6. Juni der Klägerin, die über soziale Medien und den Auftritt in einer Serie zu Bekanntheit gekommen ist, 4000 Euro an Entschädigung zugesprochen. Dazu gesellen sich die Gerichts- und Anwaltskosten des zivilrechtlichen Verfahrens, wodurch sich nach aktuellem Stand etwa die genannte Gesamtsumme ergibt.

4000 Euro Entschädigung

Begonnen hatte es mit Textbotschaften als Reaktion auf Instagram-Storys der Klägerin. Der damals 23-Jährige schickte Aufforderungen wie "Fick mich bby" über das Netzwerk an die Frau. Zwei Monate später folgten laut Gericht fünf Fotos seines Geschlechtsorgans "in verschiedenen Erektionsstadien". Weitere zwei Monate später folgte ein Video, das sich als Zusammenschnitt aus Abbildungen der Betroffenen, weiteren "Dick-Pics" sowie einer Masturbationsaufnahme gestaltete.

Nach dem Urteil des Landgerichts Stralsund muss der Beklagte insgesamt etwa 12.500 Euro zahlen.
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Dem Angeklagten waren in vorhergehenden Verfahren zum gleichen Tatbestand zum einen bereits ein Strafbefehl in der Höhe von 2400 Euro erlassen und andererseits eine Wiederholung seines Verhaltens unter Androhung von Geldstrafe oder Haft untersagt worden.

Keine "Dick-Pic"-Regelung in Österreich

Der nonkonsensuale Versand von Dick-Pics kann in Deutschland unter "Verbreitung pornografischer Inhalte" auch als Straftatbestand gewertet werden.

In Österreich wurde das Thema parlamentarisch 2022 diskutiert, zuerst auf Antrag der SPÖ, später durch Jugendstaatssekretärin Plakolm (ÖVP). Ende des Jahres war vom Justizministerium eine Prüfung hinsichtlich der Erweiterung von Paragraf 218 des Strafgesetzbuchs angekündigt worden. Dieser regelt Tatbestände im Bereich der sexuellen Belästigung. Derzeit ist der Versand von Dick-Pics allerdings nur strafbar, wenn er wiederholt passiert und als Teil einer "beharrlichen Verfolgung" (Stalking) gewertet werden kann. (gpi, 11.6.2024)