Erst im Frühjahr wurde bekannt, dass der beliebte Feschmarkt in seiner derzeitigen Form nicht mehr fortgesetzt wird. Nach 14 Jahren und über 70 Märkten fand im Dezember in Vorarlberg der letzte Event statt – DER STANDARD berichtete. Was als Idee begann, um kleinen Mode- und Designlabels eine Plattform zu geben, war zum Schluss ein ausuferndes Event, mit über hundert Ausstellern und tausenden Besuchern. "Es war nicht mehr so speziell, wie es am Anfang war", sagt Katrin Hofmann. Sie gründete damals gemeinsam mit Barbara Daxböck die Marke.

In den vergangenen Jahren drängten ähnliche Konzepte auf den Markt, die im Endeffekt more of the same anboten. Irgendwann war für Hofmann die Luft draußen. Den Event abzuändern war aber nicht möglich. Zu stark war die Marke, zu hoch die Erwartungshaltung der Besuchenden.

Cream Festival Wien Feschmarkt
Katrin Hofmann will bei null anfangen und lässt den Feschmarkt hinter sich.
Foto: Akos Burg

Jetzt will Hofmann "bei null anfangen". Mit dem Cream benamsten Festival will sie eine fokussierte Zielgruppe ansprechen. Bei Cream geht es um Mode, Design, aber auch Kulinarik und Tischkultur. "Wie der Name sagt, geht es um den Schlagobers zum Kuchen. Um etwas, das man sich nicht jeden Tag gönnt", beschreibt Hofmann das Konzept. Das heißt: hochwertige Produkte, noch sorgfältiger ausgewählte Aussteller. Mit dabei sind das Studio Ora, das Keramiken präsentiert, Agnes Nordenholt aus Berlin, die für ihre maßgeschneiderten Frauenanzüge bekannt ist, und Künstlerin Anna Riess, die Keramiken extra für die Veranstaltung kreiert hat.

Cream Festival Wien Feschmarkt
Auch maßgeschneiderte Schuhe wird es beim Cream-Festival geben.
Foto: Christine Dünser

Nachhaltigkeit im Fokus

Mit dem Feschmarkt gebe es nur zehn Prozent an überschneidenden Ausstellern. "Es sind häufig keine Produkte, die man im Vorbeigehen kauft", sagt Hofmann über das Angebot. Mit Cream will sie weg vom Massenkonsum. Vintage und Upcycling nehmen einen großen Schwerpunkt bei dem Festival ein. "Wenn ich etwas kaufe, dann kaufe ich etwas Gescheites. Dann habe ich halt nur das eine Trum." Der bewusstere Zugang spiegle auch ihr eigenes Kaufverhalten wider.

Cream Festival Wien Feschmarkt
Grafik- und Illustrationen von Studio28 aus Wien.
Foto: Studio28

Hofmann ist neben dem Cream auch Co-Chefin des Foodieevents "Mit alles", das seit ein paar Jahren in Wien stattfindet. Elemente davon soll es auch beim neuen Festl geben. Weg von Foodtrucks, sagt Hofmann, hin zum "Vor-Ort-Kochen". "Ich will kreativere Küche als eine Leberkassemmel." In einem eigenen Raum wird es die Möglichkeit zur kulinarischen Verkostung geben, ausgeschenkt werden Weine, Alkoholfreies und speziellere Getränke wie Pet-Nat-Tees von den Produzenten Konanna. Neben den rund 80 Produzenten wird eine Kunstausstellung von Fritz Hortig integriert sein.

Cream Festival Wien Feschmarkt
Kerzen von der letzten Kerzenzieherei Österreichs.
Foto: Patricia Pillinger

Organisation, Grafik, Pressearbeit, sogar das Flyern macht Hofmann selbst. "Es gspiart sich echter an", sagt die Veranstalterin. Das ist ihr merklich anzuhören. (Kevin Recher, 12.6.2024)