Die Performancegruppe Liquid Loft gehört zu den österreichischen Vertretern beim Impulstanz-Festival.
Liquid Loft

Im Sommer wird Wien wieder zur Tanzstadt. Bei Impulstanz sind einen Monat lang mehr als fünfzig Arbeiten in Theatern und Museen zu sehen. Und im Arsenal öffnet wieder das weltgrößte Workshop-Festival mit mehr als 260 Kursen für professionelle Tänzerinnen und Tänzer, aber auch für Interessierte ganz ohne Tanzerfahrung. Kleine Besonderheit: Vor genau vierzig Jahren wurde Impulstanz als Workshop-Reihe von Karl Regensburger und Ismael Ivo gegründet.

Zu den Stars der diesjährigen Festival-Ausgabe gehören William Forsythe, Anne Teresa De Keersmaeker, William Kentridge und Dada Masilo. Ebenso dabei sind Größen wie Sidi Larbi Cherkaoui, Trajal Harrell, Jérôme Bel, Wim Vandekeybus und Sungyong Kim mit seiner Korea National Contemporary Dance Company.

Forsythes installative Arbeiten im Museum für angewandte Kunst stehen im Zentrum der Festivaleröffnung am 11. Juli. Im Mumok startet die von Breanna O'Mara und Chris Haring kuratierte Nachwuchsreihe 8:tension mit Glitch Choir von Deva Schubert, und auch heuer wird wieder ein Young Choreographers' Award verliehen. Zu den wichtigsten Festivalfaktoren gehört eine Filmreihe in Kooperation mit dem Filmmuseum. Den Einstand macht Eszter Salamon mit ihren Videos Reappearance und Sommerspiele.

Der Künstler und Visionär William Kentridge mischt am Wiener Burgtheater als Weltenbummler in Sachen Poesie mit – und liest im Odeon höchstselbst Kurt Schwitters' "Ursonate".
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Salamon bringt auch zwei Live-Performances ins Mumok, Dance für Nothing (revisited) und Monument 0.7: M/Others. Im Burgtheater zeigt Kentridge The Great Yes, The Great No über eine historische Schiffsreise von Marseille nach Martinique, im Odeon tritt er selbst auf und liest Kurt Schwitters' Ursonate. Das Odeon ist auch der Ort für die Wiederbegegnung nach 13 Jahren mit (M)imosa, einer großartigen Kollaboration von Trajal Harrell mit Cecilia Bengolea, François Chaignaud und Malene Montero Freitas.

Aphrodite bis Zeus

Die richtige Bühne für ihren Hamlet findet die Südafrikanerin Dada Masilo im Burgtheater, und Wim Vandekeybus ist aufs Volkstheater abonniert, wo er unter dem Titel Infamous Offspring den Olymp von Aphrodite bis Zeus neu installiert. Den Teiresias tanzt Flamenco-Star Israel Galván. Auch De Keersmaeker kommt ins Volkstheater – mit Vivaldis Vier Jahreszeiten unter dem Titel Il Cimento dell'Armonia e dell'Inventione. Außerdem gibt sie im Odeon einen Werkrückblick als Lecture-Performance.

Zu den österreichischen Tanzschaffenden bei Impulstanz zählen diesmal Liquid Loft, Melanie Maar, Michikazu Matsune und Saskia Hölbling. Und die Oberösterreicherin Silke Grabinger wird mit einem Roboterhund Joseph Beuys spielen.

Im Mumok tritt die brillante Koreanerin Geumhyung Jeong mit Find, Select, Copy and Paste auf, lustig wird Marco Berrettini als El Adaptador (Schauspielhaus) und monumental die Begegnung von Damien Jalet und Erna Ómarsdóttir für DuEls im Filmmuseum. (Helmut Ploebst, 12.6.2024)