Die Bühnen sind aufgebaut, der Rindenmulch gestreut, die Plastikbecher gestapelt: Es ist Donauinselfest, bereits zum 41. Mal. Gestartet ist das von der Wiener SPÖ initiierte, bis Sonntag dauernde Fest Freitag zu Mittag unter anderem mit "feministischem Basteln", militärischen Fitnesstests mit dem Bundesheer sowie Auflegereien. Darauf folgte am Nachmittag das traditionellen Schaulaufen von Bürgermeister Michael Ludwig, begleitet durch Bundesparteichef Andreas Babler (SPÖ) und rote Stadtprominenz.

Die Bundes- und die Wiener SPÖ hatten zuletzt kein ganz friktionsfreies Verhältnis: Die Parteichefs nutzten das Donauinselfest, um gute Stimmung zu verbreiten.
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Die Konzerte der bekannteren Künstlerinnen und Künstler beginnen am Abend, das sind am Freitag Nino aus Wien (ab 20 Uhr) und Voodoo Jürgens (ab 21.40 Uhr) auf der Rockbühne, Clueso (ab 19.30 Uhr) sowie Provinz (ab 22.30 Uhr) auf der Festbühne und Semino Rossi (ab 22.30 Uhr) auf der Schlagerbühne.

Das Wetter ist gut, es ist heiß. Am Freitag erreicht die Hitzewelle dieser Woche ihren Höhepunkt: Geosphere Austria prognostizierte bis zu 33 Grad. In der Nacht auf Samstag sind Schauer und Gewitter möglich, Schirme sind am Festgelände allerdings nicht erlaubt. Am Wochenende geht es mit Temperaturen knapp unter 30 Grad weiter.

Für den Körper bedeutet Hitze Schwerstarbeit, warnte der Samariterbund im Vorfeld. Abgesehen von ausreichendem UV-Schutz empfiehlt die Rettungsorganisation, sich nicht zu lange der prallen Sonne auszusetzen und luftige Kleidung zu wählen. Zur Abkühlung in die Neue Donau zu springen klingt zwar verlockend, ist aber risikobehaftet: Die Gefahr eines Kreislaufversagens ist laut dem Samariterbund dabei extrem groß.

Häusel-Flatrate

Auf Getränke, die Alkohol, Zucker oder Koffein enthalten, sollte besser verzichtet werden. Die bessere Alternative: verdünnte Fruchtsäfte und Wasser – bis zu drei Liter am Tag. Ausschließlich Letzteres darf man von zu Hause aufs Donauinselfest mitbringen, jedoch nur in maximal einen halben Liter fassenden Plastikflaschen. Sie können bei Wasserspendern, die am Festgelände verteilt sind, aufgefüllt werden. Andere antialkoholische Getränke oder alkoholische Getränke mitzubringen ist offiziell verboten. Glas- und große Plastikflaschen dürfen ebenso wenig mit aufs Gelände.

Am Freitagnachmittag füllte sich das Festgelände.
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Weil Flüssigkeit auch wieder rausmuss, wurden die Toiletten auf der Donauinsel für das Fest zahlenmäßig aufgestockt. Das ganze Jahr über befinden sich am Festgelände rund 25 fixe WC-Häuschen, dazu kommen für dieses Wochenende um die 30 WC-Container und 150 mobile Kabinen. Die Benutzung der Dixi-Klos ist gratis, bei den anderen Anlagen kostet ein Toilettenbesuch 50 Cent. Dafür wird auch eine Flatrate angeboten: Um 2,50 Euro pro Tag oder fünf Euro für das ganze Wochenende erhält man ein "allyoucanheisl"-Band und darf damit so oft aufs WC, wie man möchte.

An allen drei Donauinselfest-Tagen zusammen werden rund drei Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet. Angekündigt hat sich auch die Letzte Generation. Die Klimaschutzaktivistinnen und -aktivisten haben Störaktionen mit orangen Warnwesten in den Raum gestellt, denn: "Wir würden auch gerne sorglos feiern, aber mitten in der Klimakatastrophe geht das nicht." Der Protest richte sich nicht gegen Musikerinnen und Musiker oder deren Fans, wurde betont, sondern gegen Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und seine "gefährlich untätige Regierung". (Stefanie Rachbauer, 21.6.2024)