Blick auf bunte Steckdosen.
Ein Vergleich der Stromtarife lohnt wieder. Bei einem Anbieterwechsel können Haushalte einige hundert Euro sparen.
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Die Stromkostenbremse entpuppt sich immer mehr als Hemmschuh für gar nicht wenige Strombezieher, ihren Lieferanten zu wechseln. Zu diesem Befund kommt das Tarifvergleichsportal "Durchblicker" nach Befragung von knapp 1300 Personen – repräsentativ für die österreichische Bevölkerung. Darin gaben 70 Prozent der Befragten an, noch nie oder zuletzt vor mehr als zwei Jahren den Anbieter gewechselt zu haben.

Die im Zuge der Strompreisexplosion nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine von der Regierung per 1. Dezember 2022 eingeführte Stromkostenbremse habe zunächst einmal den Markt gelähmt und den Wettbewerb zum Erliegen gebracht. "Mittlerweile gibt es Neutarife unter zehn Cent pro Kilowattstunde (kWh), was die Verlängerung der Maßnahme zum 1. Juli völlig obsolet macht", schreibt Stefan Spiegelhofer, Leiter des Bereichs Energie von Durchblicker, in einem dem STANDARD vorliegenden Papier.

Bessere Mittelverwendung

Zusätzlich habe die Stromkostenbremse den ohnehin nicht stark ausgeprägten Wechselwillen der Österreicher und Österreicherinnen zusätzlich gehemmt. Dafür müsse der Staat und damit der Steuerzahler tief in die Tasche greifen. Laut Berechnungen von Durchblicker sind durch den fehlenden Wechselanreiz unnötigerweise insgesamt mehr als 300 Millionen Euro an Subventionen geflossen. "In Zeiten der Teuerung hätte man den Österreichern und Österreicherinnen mit diesem Betrag sicher besser helfen können", argumentiert Spiegelhofer.

Die Stromkostenbremse unterstützt noch bis 31. Dezember 2024 den Energiepreis für ein Grundkontingent von 2900 kWh pro Jahr. Der maximale Zuschuss beträgt 30 Cent/kWh netto, wird mit 1. Juli aber auf 15 Cent halbiert. 2900 kWh entsprechen rund 80 Prozent des durchschnittlichen Verbrauchs der österreichischen Haushaltskunden und -kundinnen. Jeder Haushalt zahlt jedenfalls zehn Cent je kWh.

Neutarife teils unter zehn Cent

Derzeit liegen die meisten Neutarife unter der Fördergrenze von 25 Cent netto. Das trifft sowohl auf Landesenergieversorger zu als auch auf alternative Anbieter. Die günstigsten Festpreistarife beginnen laut Durchblicker bereits bei 9,5 Cent je kWh. Dank Preisgarantie könnten sich Kunden und Kundinnen den niedrigen Strompreis für zwölf Monate sichern. Float-Tarife mit monatlicher Preisanpassung starteten aktuell bei rund sechs Cent je kWh. Das Einsparungspotenzial sei jedenfalls groß, sagt Spiegelhofer. Beim Wechsel vom teuersten zum günstigsten Anbieter sei bei einem Singlehaushalt eine Ersparnis von bis zu 400 Euro drin, bei einem Paarhaushalt bis zu 700 Euro und bei einem Familienhaushalt bis zu 950 Euro pro Jahr. (Günther Strobl, 22.6.2024)