Den besten Platz am Wasser kennt man bereits, die Liegen müssen nicht um 6 Uhr schon mit einem Handtuch besetzt werden, und die anderen Urlauberinnen und Urlauber sind hinlänglich bekannt: Der Urlaub im eigenen Garten kann gewisse Vorteile haben. Das wurde vielen in der Corona-Pandemie bewusst. Als Fernreisen erst einmal wegfielen, haben viele in den eigenen Garten investiert – sofern sie einen haben. Weil die Nachfrage groß war, gab es bei Poolbauern lange Wartelisten und Lieferengpässe.

Das ist vorbei, der große Boom abgeflaut. Man befinde sich nun wieder auf einem normalen Niveau, berichtet man bei Schwimmbad- und Schwimmteichverbänden. Wohl auch weil sich viele derzeit keinen Hausbau oder -kauf leisten können – und schon gar keinen Pool. Aber träumen darf man ja. Ein Trend, der sich abzeichnet: Die Gärten schrumpfen – und damit auch der Platz, der zur Abkühlung zur Verfügung steht. Und: Viele Menschen wünschen sich in ihrem Garten so wenig Arbeit wie möglich.

Zwar denken viele Menschen bei der Abkühlung im Garten immer noch an das türkisblaue und mit Chlorwasser gefüllte Becken. Mittlerweile gibt es aber für all jene, die sich nach mehr Natur im Garten sehnen, Alternativen, etwa in Form von Naturpools oder Schwimmteichen. Und manchmal tut es auch der gute, alte Rasensprenger. Welche Variante für welchen Typ geeignet ist.

Der Swimmingpool

Der unangefochtene Klassiker, der gleichermaßen Urlaubsstimmung und Chlorgeruch verbreitet. Und bei dem man keine großen Experimente wagen muss: So ein Pool wurde schon tausendfach in allen Größen und Varianten in Österreichs Gärten gebaut. In den letzten Jahren hat sich einiges getan. Ein Pool muss nicht mehr den ganzen Garten füllen, dank Gegenstromanlagen lässt sich auch in kompakten Pools mittlerweile tatsächlich Sport treiben, sofern man nicht nur Planschen mag. Für das kleinere Budget gibt es in Baumärkten aufstellbare Modelle.

So groß fallen Swimmingpools in den meisten Gärten nicht aus. Aber träumen darf man ja.
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Gegen den klassischen Swimmingpool spricht vor allem der damit verbundene Arbeitsaufwand. In den meisten Gärten wird das Becken Anfang Mai geputzt und neu eingelassen. Zwar schwören bei der Anschaffung eines Pools alle, dass sie ganz sicher jedes Jahr beim Putzen mithelfen. Aber Sie kennen das: Am Ende werkt man allein im Becken. Muss man mögen. Zwar kann man einen Swimmingpool heute dank Photovoltaikanlage und Wassersparen so gestalten, dass man nicht von Poolscham gebeutelt werden muss. Aber ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere schaut halt anders aus.

Der Schwimmteich

Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, sagte Forrest Gump, man weiß nie, was man bekommt. Ähnlich verhält es sich mit einem Schwimmteich: Man weiß nie, wer sich hier ansiedelt. Libellen sind fix am Start. Mit etwas Glück gesellen sich Molche, Frösche und eine Ringelnatter auch dazu. Störche legen auch hie und da einen Zwischenstopp ein. Von den Pflanzen, die sich breitmachen, ganz zu schweigen. Das ist für jene, die einen Schwimmteich wollen, um zur Artenvielfalt inmitten von Thujenhecken und Gabionenzäunen beizutragen, auch das ausschlaggebende Argument.

Bei 30 Grad ist es den meisten Kindern vermutlich egal, ob Swimmingpool, Teich oder Naturpool.
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Noch eines: Das Wasser muss nie ein- und ausgelassen werden, außerdem ist der Teich auch im Herbst und Winter spannend zum Anschauen – ganz im Gegensatz zum Pool, der die Hälfte des Jahres nicht mehr als ein abgedecktes Loch ist. In vielen Fällen kommt ein Teich ganz ohne Technik aus, in manchen Fällen gibt es aber einen Skimmer, der Schmutz an der Oberfläche aufsaugt. Insgesamt halten sich die Wartungskosten bei einem Teich aber in Grenzen. Angesichts heißer werdender Sommer auch nicht unwichtig: So ein Teich wärmt sich in der Regel weniger schnell auf, weil er tiefer ist als gängige Pools.

Für manche ist das aber auch ein Nachteil. Ein Teich kann nicht beheizt oder mit einer Gegenstromanlage aufgemotzt werden. Er braucht mehr Platz als ein Pool, weil es eine Regenerationszone braucht, in der die Pflanzen wachsen. So ein Teich ist außerdem eine eigene Wissenschaft, und bis sich das Ökosystem eingestimmt hat, kann es schon ein wenig dauern.

Der Naturpool

Der Naturpool ist das Richtige für all jene, die sich nicht entscheiden können. Er ist sozusagen "the best of both worlds", also eine Mischung aus Schwimmteich und Pool. Auf die Chemiekeule wird dabei verzichtet, denn die Reinigung erledigt ein Filter aus Mikroorganismen. Tiere, die viele letztendlich vom Schwimmteich abschrecken, gibt es hier trotzdem nicht. Pflanzen nur, wenn man will. Und auch das jährliche Ein- und Auslassen und das Putzen spart man sich beim Naturpool.

Wer von der Abkühlung im klinisch sauberen Chlorwasser träumt, wird mit einem Naturpool möglicherweise nicht glücklich, ein größeres Thema war laut Naturpoolherstellern heuer beispielsweise schon mehrfach der Saharastaub. Und ganz ohne Biofilm, der sich beispielsweise auf der Folie absetzt, geht es ohnehin meist nicht. Und dass man hie und da Blätter und sogar Algen herausfischen muss, gehört ohnehin zum harten Leben eines Pool- oder Schwimmteichbesitzers.

Der Rasensprenger

Wer nur wenig Garten und noch weniger Geld hat, kann immer noch zum guten, alten Rasensprenger greifen. Das mag wie ein schlechter Kompromiss klingen, aber so ein Rasensprenger ist blitzschnell installiert und macht Kinder und Hunde gleichermaßen glücklich. Und auch Erwachsene, weil man sich so schon in den Sommerferien vor 20 Jahren abgekühlt hat und damals die Welt bekanntlich noch in Ordnung war und man sich nicht über Bodenversiegelung durch Swimmingpools Gedanken machen musste.

Im Unterschied zu damals gibt es mittlerweile lustige Aufsätze für den Gartenschlauch, mit denen sich der Rasensprenger wahlweise in einen wasserspeienden Oktopus oder ein Einhorn verwandeln lässt. Authentischer pritscheln lässt es sich aber mit dem unglamourösen Rasensprenger aus der Gartenhütte, der die Richtung immer genau dann wechselt, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Die Entscheidung der Katze ist klar: Sie ist für den Rasensprenger.
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Einziger Nachteil: Irgendwann wird der Garten zur Gatschparty, und der Gehsteig vor dem Haus ist unter Wasser gesetzt oder der Nachbar sauer. Aber vielleicht hat er ja einen Pool? (Franziska Zoidl, 6.7.2024)