Wien – Spitzensportlerinnen und Spitzensportler können künftig parallel zu ihrem Training eine Ausbildung zum Justizwachebeamten absolvieren. Das erste Aufnahmeverfahren im Zuge der "Athleta 2025" beginnt im Herbst, ab dem Frühjahr 2025 findet der erste Lehrgang statt. Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler sowie Justizministerin Alma Zadić (beide Grüne) sprachen bei der Präsentation am Montag von einer "Win-win-Situation".

Justizwache Uniform
Im kommenden Frühjahr startet der erste Lehrgang.
Heribert Corn

Dass Spitzensportler neben ihrem Trainingsvolumen einen Beruf erlernen können, ist etwa bei der Polizei oder beim Bundesheer schon länger möglich. Dieses bewährte System wird nun auf den Justizwachdienst ausgedehnt. Sportlerinnen und Sportler können sich so ein zweites Standbein aufbauen, das ihnen einen Arbeitsplatz garantiert, falls die Karriere zu Ende geht. "Es kann nicht jeder Olympiasieger oder Weltmeister werden", sagte Kogler. Die Justizwache, die dringend Personal benötigt, erhält wiederum Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit besonderen Befähigungen, die noch dazu zu positiven Imageträgern werden und dem Beruf mehr Attraktivität verleihen sollen.

Start im Frühjahr 2025

"Die österreichische Fußballnationalmannschaft hat gezeigt, dass auch ein kleines Land wie Österreich im Konzert der Großen mitspielen kann, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen gegeben sind. Und genau hier setzen wir nun an, indem wir Spitzensport im Justizwachedienst breit fördern und so auch hier die Voraussetzungen für sportliche Topleistungen schaffen. So fördern wir den Spitzensport und stärken gleichzeitig die Justiz", unterstrich auch Zadić.

Der Generaldirektor für den Strafvollzug Friedrich Koenig umriss dann das Programm: Ab Herbst können sich Spitzensportler und Spitzensportlerinnen vor allem aus Einzelsportarten für einen Platz bewerben. Die Ausbildung beginnt im Frühjahr 2025 und wurde für die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe adaptiert: So kann die einjährige Ausbildungszeit auf bis zu drei Jahre ausgedehnt werden und ein großer Teil der Theorie auch als E-Learning absolviert werden. (APA, 8.7.2024)