Obwohl die österreichische Nationalmannschaft bereits ausgeschieden ist, fiebern viele Fußballbegeisterte hierzulande dem Finale der Europameisterschaft am Sonntag entgegen. Wer sich dafür mit Freunden zum Public Viewing trifft, sollte daheim einige Vorkehrungen treffen. Denn Tage wie diese sind für Einbrecher ein gefundenes Fressen – das berichtet die Wiener Städtische Versicherung.

Ein dunkel gekleideter Mann steigt über ein gekipptes Fenster in ein Haus ein.
Geöffnete Fenster sind eine Einladung für Einbrecher, vor allem im Erdgeschoß.
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Demnach steigt die Anzahl der Haushaltseinbrüche während Großevents wie der Europameisterschaft im Schnitt um zehn Prozent. Das Unternehmen hat laut internen Zahlen während solcher Großevents in der Vergangenheit täglich rund 20 Einbruchsmeldungen verzeichnet. Für die aktuelle Europameisterschaft gibt es noch keine Daten.

Bei der Wiener Polizei ist ein solcher Anstieg nicht zu vermerken, man werte einzelne Zeiträume allerdings auch nicht aus, erklärt Pressesprecher Markus Dittrich. Prinzipiell gebe es ganz unterschiedliche Tätergruppen, auch jene, die Bewohnerinnen und Bewohner beobachten und demnach wissen, wann die Wohnung leer ist. Insgesamt hält Dittrich längere Abwesenheiten, etwa im Urlaub, für das größere Risiko: "Je länger die Wohnung leer ist, desto höher ist die Gefahr."

Die Anzahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Wohnhäusern ist in Wien von 2873 im Jahr 2022 auf 3591 im Jahr 2023 gestiegen – und somit um 25 Prozent. Vor zehn Jahren allerdings lag die Zahl der Anzeigen noch bei 8907, heißt es von der Wiener Polizei. Zudem habe man beobachtet, dass sich Einbrüche immer mehr über das ganze Jahr verteilen.

Tricks der Einbrecher

Um herauszufinden, ob Bewohnerinnen und Bewohner auf Urlaub sind, nutzen die Täter ganz banale Dinge wie etwa ein Taschentuch-Kügelchen, das auf den Türgriff gelegt wird, weiß Dittrich. "Wenn es am nächsten Tag immer noch draufliegt, ist klar, dass niemand zu Hause ist."

Daher rät die Polizei allen Urlaubenden dazu, die Nachbarn zu bitten, während der Abwesenheit die Wohnung zu betreten und den Postkasten zu leeren. Auch automatische Lichtschalter werden empfohlen und alles, was nach außen hin einen bewohnten Eindruck macht und abschrecken kann: geöffnete Rollläden oder Bewegungsmelder vor dem Haus.

Sinnvoll ist laut Dittrich auch alles, was die Zeitspanne bis zum Erfolg der Einbrecher verlängert, etwa zusätzliche Schlösser oder massive Sicherheitstüren. Sie aufzubrechen braucht viel Kraft, macht Lärm und dauert lange. Auch das Verschließen sämtlicher Innentüren als zusätzliches Hindernis könne nicht schaden, dürfte aber Täter kaum aufhalten, die bereits die Eingangstür aufgebrochen haben und womöglich sicher wissen, dass sie in der Wohnung ungestört sind.

Nicht aus dem Urlaub posten

Auch sollte man darauf achten, keine Einstiegshilfen im Garten liegen zu lassen, etwa Leitern, Kisten oder gar Werkzeuge. Eine lückenlose Außenbeleuchtung ist ratsam, ebenso wie beleuchtete Kellerschächte. Für Terrassentüren gibt es einbruchshemmende Rollbalken oder Scherengitter.

Wer für alles gerüstet sein will, sollte laut Rat der Polizei ein Eigentumsverzeichnis anlegen und sämtliche Wertgegenstände fotografieren. Eine Liste der Gerätenummern von Laptops und Tablets kann die Fahndung danach erleichtern.

Ein großer Fehler, den viele außerdem begehen, ist das Posten von Fotos und Videos aus dem Urlaub in sozialen Medien. Sind die Profile öffentlich, kann jede und jeder darauf zugreifen. Laut Dittrich gibt es professionelle und gut organisierte Gruppen, die auf diese Art der Einbrüche spezialisiert sind. Wer auf Instagram womöglich sein Wohnhaus zeigt oder ein Bild mit Ortsangabe teilt und eine Woche später Bilder aus dem Urlaub postet, kann so leicht Opfer eines Einbruchs werden. Eine Option wäre, die schönen Strandbilder erst nach der Rückkehr zu teilen. Ist zwar nicht ganz aktuell, aber immerhin sicher. (Bernadette Redl, 9.7.2024)