Das Logo einer Boeing 737 Max.
Technische Pannen sind für den US-Flugzeugbauer derzeit immer wieder ein Problem.
REUTERS/Peter Cziborra

Der US-Flugzeugbauer Boeing kommt nicht aus der Krise. Am Montag wurde bekannt, dass Boeing sich schuldig bekennt, die US-Regierung betrogen zu haben, um einem Gerichtsprozess um zwei Abstürze von Maschinen des Typs 737 Max mit Todesfolge zu entgehen. Das geht aus einem Dokument des US-Justizministeriums für das zuständige Bundesgericht in Texas hervor. Die Folgen sind eine neue Millionenstrafe sowie ein Aufpasser der Regierung für den US-Flugzeugbauer.

Mit dem Zugeständnis würde der Konzern weiteren Untersuchungen des Justizministeriums entgehen. Der vollständige schriftliche Vergleich soll bis zum 19. Juli vorgelegt werden und bedarf noch der Zustimmung eines Bundesrichters. In diesem Fall müsste Boeing eine Strafe von 243,6 Millionen Dollar zahlen.

Sorge um Sauerstoffmasken in Boeing-Flugzeugen
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Nun gibt es neue Probleme. Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA hat Inspektionen in mehr als 2600 Boeing-737-Maschinen wegen möglicher Probleme mit der Sauerstoffversorgung im Notfall angeordnet. Die Fluggesellschaften müssen innerhalb von 120 bis 150 Tagen überprüfen, ob sich die Sauerstoffgeneratoren, die über Schläuche mit den Sauerstoffmasken verbunden sind, an den korrekten Stellen befinden, wie die FAA am Montag mitteilte.

Die Behörde ist demnach besorgt, dass die Sauerstoffmasken im Notfall nicht funktionieren könnten. Laut der FAA wurden die Inspektionen zu den möglichen Sauerstoffproblemen in 2612 in den USA registrierten Maschinen der Typen 737-8, -9, -8200, -700, -800 und -900ER vorgeschrieben. Betroffen sind also Modelle sowohl älterer als auch neuer Generationen.

Seit Jahresbeginn hatten mehrere technische Pannen bei Boeing-Maschinen für Verunsicherung gesorgt. Zur Erinnerung: Im Jänner brach bei einer fast neuen Boeing 737 Max 9 der Alaska Airlines während des Flugs ein Teil der Kabinenwand heraus, die Maschine musste notlanden. Bei größerer Flughöhe hätten Passagiere aus der Maschine gesaugt werden können. Die Fluglinie hat die Unglücksmaschine an Boeing zurückgegeben. Die FAA begrenzte daraufhin die Produktion der 737 Max auf 38 pro Monat und damit auf das Niveau von 2023. Neben den technischen Pannen stieg der Druck auf Boeing in den vergangenen Monaten auch durch Berichte von mehreren Informanten über Mängel in der Produktion sowie Qualitätskontrolle. (Reuters, red, 9.7.2024)