Der Zeitungsverband VÖZ und die Journalismusgewerkschaft haben sich in zwei zentralen Punkten – Arbeitszeiten und Abgeltung – auf einen neuen Kollektivvertrag geeinigt, dem beide Organisationen in dieser Woche bereits zugestimmt haben. Weitere offene Themen werden bis Juni 2025 noch verhandelt, darunter etwa Urheberrechte. Die beiden Sozialpartner einigten sich auch auf eine KV-Erhöhung, gültig ab Juni 2024. Die KV-Gehälter werden diesmal um den Fixbetrag von 244 Euro monatlich erhöht.

Neuer Kollektivvertrag zwischen Zeitungsverband und Journalismusgewerkschaft fixiert.
fid

Der Zeitungsverband VÖZ hat den Journalismus-Kollektivvertrag im Herbst 2023 zunächst aufgekündigt, die Kündigung aber später zurückgenommen und – offenkundig harte – Verhandlungen mit der Gewerkschaft aufgenommen.

Die Gewerkschaft GPA-DJP ruft ihre Mitglieder bis Mitte kommender Woche zur Urabstimmung über das Verhandlungsergebnis.

Neuerungen im Journalismus-KV im Überblick

Die Einstiegsgehälter für Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger wurden erhöht.

Den Status eines Redaktionsaspiranten oder einer -aspirantin gibt es künftig statt für zwei nur noch für ein Jahr, es ist eine Art Vorstufe zum Redakteursstatus. Nach den zwölf Monaten ist die Person im zweiten Redakteursjahr einzustufen.

Der Journalismus-Kollektivertrag sieht automatische Gehaltsvorrückungen alle fünf Jahre vor, die bereits bei der jüngsten grundlegenden Änderung des KV 2013 abgeflacht – also reduziert – wurden und nun neuerlich gekürzt werden. Das erste dieser "Quinquennien" beträgt weiterhin zehn Prozent (hier ausbezahlt in jährlichen Tranchen).

Für bestehende Verträge (spätestens seit Ende Mai 2024) gelten noch bis 2029 acht Prozent Erhöhung bis zum vierten dieser "Quinquennien", vier Prozent für das fünfte und danach jeweils ein Prozent Erhöhung. Sofort tritt eine "Bremse" für besonders hohe Ist-Gehälter ein. Liegt ein Journalist oder eine Journalistin über 149 Prozent des KV-Gehalts, wird das Quinquennium gleich auf ein Prozent plus beziehungsweise zumindest 259 Euro pro Monat reduziert. Im Detail gibt es noch Übergangsregelungen.

Neu angestellte Journalistinnen und Journalisten erhalten zehn, dann dreimal sechs und danach ein Prozent für fünf Jahre ununterbrochene Dienstzeit.

Die Normalarbeitszeit im Journalismus-KV liegt bei 38 Stunden. Künftig gelten die 39. und die 40. Wochenstunde aber nicht mehr als Überstunden. Die tägliche Normalarbeitszeit kann – nur mit einer Betriebsvereinbarung – auf zehn Stunden ausgedehnt werden.

Die am sechsten Wochentag gearbeitete Zeit gilt weiter als Überstunden.

Arbeit am Sonntag darf weiterhin nur zweimal pro Monat angeordnet werden, es gibt einen Zuschlag von 100 Prozent.

Es gibt weiter längere Kündigungregelungen und Entgeltfortzahlung bei längerer Erkrankung.

Zudem gibt es neue Regelungen für erste Kindergarten- und Schultage (frei), Elternkarenzen und Familienhospizkarenzen. (fid, 10.7.2024)