Elisabeth Schweeger, die Künstlerische Leiterin der Kulturhauptstadt mit dem Programmkatalog.
APA/BARBARA GINDL

Bad Aussee - Sowohl für Intendantin Elisabeth Schweeger als auch für die kaufmännische Leiterin Manuela Reichert ist die Europäische Kulturhauptstadt Bad Ischl – Salzkammergut 2024 (SKG 2024) zur Halbzeit ein "voller Erfolg". Mit 220.000 Besuchern und 130 Projekten würden die Zahlen für sich sprechen. Dass auch der künstlerische Ansatz, eine Region zusammenzuführen, aufgehe, zeige sich für Schweeger am besten in der neuen Wortschöpfung für die Bewohner der Region "Salzkammergütler".

Passend zur SKG 2024-Mitte wurde in der geografischen Mitte Österreichs, Bad Aussee, am Mittwoch eine erste Zwischenbilanz gezogen. Bürgermeister Franz Frosch (ÖVP) hob hervor, dass trotz gemischter Ansichten zu den einzelnen Projekten eines schon jetzt passiert sei: "Der Sprung aus der Steiermark über den Pötschen in das oberösterreichische Salzkammergut." 23 Gemeinden im Salzkammergut bilden heuer die Kulturhauptstadt Europas, 19 davon in Oberösterreich und vier in der Steiermark.

Nach den ersten sechs Monaten sei eine Region in Bewegung bekommen, war man sich in der Pressekonferenz einig. Die Neugierde sei geweckt worden. "Mittlerweile werde ich auch schon mit Frau Schweeger angesprochen", merkte die Intendantin an.

Eigenveranstaltungen ausverkauft

Zu den 220.000 Besuchern von Jänner bis Ende Juni kommen noch 32.000 Gäste, die im Vorfeld der Europäischen Kulturhauptstadt schon 2023 anreisten. Die Eigenveranstaltungen von SKG 2024 mit Eintritt seien immer ausverkauft gewesen, über die assoziierten Projekte, die unter dem Dach der Kulturhauptstadt stehen, gab es vorerst noch keine Zahlen.

Die meisten Besucher bisher hatten die Ausstellungen "Sudhaus - Kunst mit Salz und Wasser" in der Bannerstadt Bad Ischl mit 13.715 Gästen, die Ausstellungstrilogie "Die Reise der Bilder" im Linzer Lentos Kunstmuseum, "Wolfgang Gurlitt - Kunsthändler und Profiteur" in Bad Aussee und "Das Leben der Dinge. Geraubt - Verschleppt - Gerettet" in Lauffen mit insgesamt 30.000 Besuchern.

Karte der am Kulturhauptstadt-Jahr beteiligten Salzkammergut-Gemeinden.
APA

Auch die Tourismuszahlen seien erfreulich. In Bad Ischl ging die Zahl der Ankünfte um 36 Prozent nach oben, jene der Nächtigungen um 21 Prozent. Die gesamte Kulturhauptstadt-Region registrierte eine Steigerung von acht Prozent bei den Ankünften und fünf Prozent bei den Nächtigungen. Und dies in der Nebensaison, denn jene Daten betreffen den Zeitraum Jänner bis April 2024, wie Reichert sagte.

"Programm wird angenommen"

"Das Programm wird auf alle Fälle angenommen", schlussfolgerte Schweeger aus der ökonomischen Bilanz. Aufregung, wie etwa jene rund um den nackten Pudertanz zur Eröffnung, "sind normal. Reden ist die Basis einer gesunden Demokratie."

An die 300 Projekte sollen heuer mit einem vergleichsweise schmalen Budget von 30,8 Millionen Euro umgesetzt werden. Diese sind in vier Programmlinien unterteilt: "Globalokal - Building the New", "Kultur im Fluss", "Macht und Tradition" sowie "Sharing Salzkammergut - Die Kunst des Reisens".

Erstmals wurde mit SKG 2024 eine alpine ländliche Region zur Kulturhauptstadt - mit Bad Ischl als Bannerstadt - erhoben. Neben dem Salzkammergut tragen auch Tartu (Estland) und Bodø (Norwegen) 2024 den Titel. (APA, 10.7.2024)