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Mehr Lärche und Buche erwarten Experten in tieferen, künftig trockeneren Lagen. Die Fichte "wandert" nach oben.

Foto: Reuters
Wien - "Ein Grad Celsius mehr, und der Lebensraum von Pflanzen verschiebt sich rund hundert bis 150 Meter hinauf", umreißt Felix Montecuccoli, Präsident der Land- und Forstbetriebe Österreichs, die Problematik, die Waldbesitzer mit dem Klimawandel haben. In der Vergangenheit gingen solche Klimaänderungen langfristig vor sich, nicht innerhalb einiger Jahrzehnte, meint er: "30 Jahre sind ein Drittel der Lebenszeit der Waldbäume."

Deshalb müssen die Forstwirte die Bäume "aktiv in die Höhe tragen", sagt er. "Von selbst kann sich ein Wald nicht so schnell nach oben ausbreiten." Was die bestehenden Waldflächen betrifft, müssten vermehrt pflegerische Maßnahmen gesetzt werden, damit die Wälder ihre Vitalität behalten und der Hitzestress die Bäume nicht schädigt.

"Brotbaum" der alpinen Waldbesitzer

Dabei geht es insbesondere um die Fichte, dem laut Bundesforste-Vorstand Georg Schöppl "Brotbaum" der alpinen Waldbesitzer. Rund 50 Prozent der Baumbestände der Bundesforste sind Fichten. Diese können mit Hitze nicht gut umgehen. Ein Forschungsprogramm wurde deshalb erst kürzlich in die Wege geleitet, bei dem sie durch züchterische Maßnahmen hitzeresistenter und weniger Wasserabhängig gemacht werden soll, so Montecuccoli.

Auf der anderen Seite ergibt der steigende Bedarf am klimaschonenden Energieträger Holz auch Chancen. Kurzumtriebswälder - es sind dies Bäume, die nur rund zehn Jahre benötigen, bis sie "geerntet" werden können - werden zunehmend zu einem Zusatzgeschäft. Das Forstgesetz erlaubt solche Kurzumtriebsbäume - vor allem Pappel oder Weide - auch in bestehenden Waldflächen, allerdings ist dies genehmigungspflichtig.

Kurzumtriebswälder

Allzu weit hinauf können Kurzumtriebswälder aber nicht gepflanzt werden, erklärt Montecuccoli. Man benötige dafür nämlich ein voll befahrbares Gelände. Die Zukunft der für Energiezwecke eingesetzten schnell wachsenden Gehölzer sieht er deshalb eher auf normalem Acker- und Wiesengelände. "Vor hundert Jahren war alles landwirtschaftlich genutzt, was irgendwie nutzbar war", sagt er. Dies vor allem im Hinblick darauf, dass der Plan der Regierung vorsieht, die Biomassenutzung bis 2020 stark auszuweiten und dabei die ökologischen Funktionen des Waldes nicht anzutasten. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.8.2007)