Vilnius/Belgrad - Das Tauziehen um den Kauf des zur Privatisierung ausgeschriebenen Aluminiumkombinats im bosnischen Mostar ist nun Gegenstand eines US-Gerichtsverfahrens. Nach Angaben der litauischen Tageszeitung Kauno Diena hat der russische "Oligarch" Oleg Deripaska seinen Hauptkonkurrenten, den russisch-litauischen Geschäftsmann Wladimir Romanow, dessen Sohn Roman und deren Ukio-Bank-Investmentgruppe (Ubig) in den USA geklagt.

Formell findet der Prozess zwischen der auf den britischen Jungferninseln registrierten Deripaska-Firma Rual Trade Ltd. und der Romanow-Firma Viva Trade L.L.C. statt. Letztere ist im US-Bundesstaat Wisconsin registriert. Dem Zeitungsbericht zufolge wollen beide Unternehmer die Aluminiumindustrie auf dem Balkan unter ihre Kontrolle bekommen und alle Alu-Betriebe in der Region aufkaufen.

Aluminij Mostar bestreitet allein rund 10 Prozent der bosnischen Gesamtexporte. Der künftige Besitzer wird daher eine äußerst wichtige Rolle in Bosnien spielen. Angeblich hat Ubig für die 88 Prozent bisheriger Staatsanteile an Aluminij Mostar mit 141 Mio. Euro das Höchstangebot gelegt, eine Firma Deripaskas namens UK EN & Group jedoch um 100 Mio. Euro zuletzt den Zuschlag erhalten. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.08.2007)