Linz - Angesichts der jüngsten Turbulenzen an den Weltbörsen hat LH-Stv. und SP-Landeschef Erich Haider für heute, Donnerstag, eine Sondersitzung der Landesregierung durchgesetzt. Das Ergebnis: "Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion ist mehrheitlich abgelehnt worden", sagte LH Josef Pühringer (ÖVP) im Anschluss an die Sitzung vor Journalisten. Die Teilprivatisierung der EAG wird ungebremst durchgezogen.

Interesse an Nachhaltigkeit

Börsenschwankungen habe es auch in der Vergangenheit immer wieder gegeben, zeigte sich Pühringer von den SP-Argumenten gegen die Teilprivatisierung unbeeindruckt. Der Energiekonzern EVN habe seit seiner Börseneinführung beispielsweise 494 Prozent an Wert gewonnen und der Verbund habe seinen Unternehmenswert um 306 Prozent gesteigert. Für die Energie AG würden keine "raschen Abcasher" gesucht, sondern "stabile Aktionäre, die an der Nachhaltigkeit des Unternehmens interessiert sind".

Das IPO solle im Jänner oder Februar 2008 erfolgen. Der Emissionserlös - bei einem kolportierten Unternehmenswert von rund zwei Mrd. Euro wären das bei einer 40-prozentigen Teilprivatisierung rund 800.000 Euro - werde für die "Zurückzahlung ins Budget" sowie für "Investitionen in die Infrastruktur" des Energieversorgers verwendet, so der Landeshauptmann.

EAG-Chef schließt höhere Strompreise nicht aus

EAG-General Leo Windter, der auch Präsident der Branchenorganisation VEÖ (Verband der Elektrizitätsunternehmen Österreichs) ist, schließt in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe) Preiserhöhungen nicht aus. In Europa seien im vergangenen Jahrzehnt kaum neue Produktionskapazitäten geschaffen worden, Österreich brauche neue Kraftwerke.

Weitere Preiserhöhungen hingen vom europäischen Markt ab, wenn die Kurve weiter seitwärts verlaufe wie jetzt, seien sie "nicht zwingend". Allerdings: "Es hängt sehr stark von den Primärenergiepreisen und den CO2-Preisen ab. Da geht die Tendenz eher nach oben, so dass Preiserhöhungen nicht auszuschließen sind." Ein mögliches Ausmaß könne er nicht quantifizieren. (APA)