Grafik: desktoplinux.com

Schicke 3-D Effekte sind gängige Features von Linx-Desktops

Wissenschaftliche Genauigkeit kann sie nicht gerade für sich beanspruchen, trotzdem ist die jährlich durchgeführte Online-Umfrage von DesktopLinux.com ein recht brauchbarer Gradmesser für Veränderungen im Linux-Umfeld. So hat man auch heuer wieder die Open Source-Community aufgerufen, über ihre Präferenzen abzustimmen - ein Ruf dem immerhin 38.500 Personen - und damit deutlich mehr als in den Vorgängerjahren - gefolgt sind.

Ubuntu

An der Spitze der Linux-Distributionen steht dabei einmal mehr Ubuntu, 30 Prozent der Umfrage-TeilnehmerInnen setzen auf das Angebot von Canonical. Allerdings hat sich der Abstand zur Konkurrenz im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert, dies aber nicht weil Ubuntu AnhängerInnen verloren hat - im Gegenteil kann man sogar ein Plus von 1,2 Prozentpunkten verzeichnen - sondern weil die Nummer zwei im Ranking noch deutlich flotter gewachsen ist: Die diversen SUSE-Versionen kommen auf 21 Prozent, im Vorjahr waren es noch 8 Prozentpunkte weniger.

Überraschung

Ein Ergebnis, das wohl auch deswegen für manche etwas überraschend kommen mag, da Novell - das Unternehmen hinter openSUSE - im vergangenen Jahr wegen seinem Abkommen mit Microsoft unter heftiger Kritik aus Teilen der Community gestanden ist. Die prognostizierte Massenabwanderung von UserInnen hat also scheinbar nicht stattgefunden, offenbar ist die Masse der Linux-BenutzerInnen hier etwas pragmatischer als angenommen.

Reste

An dritter Stelle folgen Debian und andere darauf basierende Derivate jenseits von Ubuntu mit 14 Prozent, dahinter dann Fedora / Red hat mit 9 Prozent sowie Gentoo mit 7 Prozent. Immerhin noch 18 Prozent auf eine andere als die zuvor genannten Distributionen.

Führungswechsel

Einen Führungswechsel gab es heuer bei der Desktop-Präferenz, zum ersten Mal hat der GNOME den KDE überholt, und zwar recht deutlich: 45 zu 35 Prozent heißt es nun, im Vorjahr stand es noch 35:38. Immerhin bereits 8 Prozent setzen auf den schlanken Xfce, 12 Prozent auf eine andere Desktop-Umgebung.

Mail und Web

Eindeutig hingegen das Bild bei den verwendeten Browsern: Mit 60 Prozent führt hier der Firefox klar vor Konqueror (14 Prozent) und Opera (12 Prozent). Knapper schon die Lage bei Mail-Clients: Zwar führt hier auch ein Mozilla-Produkt, mit 37 Prozent liegt der Thunderbird aber nur knapp vor dem Evolution, den 32 Prozent der Befragten einsetzen. KMail von KDE muss sich mit 17 Prozent und dem dritten Platz zufrieden geben.

Windows

Auch wenn es für Linux mittlerweile ein schier unendliches Softwareangebot gibt, so mag doch dem einen oder anderen immer wieder ein spezifisches Windows-Programm abgehen. Verschiedenste Ansätze ermöglichen den Einsatz solcher Anwendungen unter Linux, hier liegt Wine mit 44 Prozent an der Spitze. An zweiter Stelle folgt dann aber bereits mit starken 27 Prozent VMWare gefolgt von VirtualBox mit 8 Prozent. Die kommerziellen Wine-Varianten Cedega und Crossover müssen sich mit 6 bzw. 5 Prozent zufrieden geben. (apo)