Wien - "Wir wollen die Textilkette dorthin zurückbringen, wo sie einmal war. Das ist eine der größten Neupositionierungen im österreichischen Modehandel." Wolfgang Neubert ist seit April Chef von Schöps. Damals stieg der deutsche Sanierer Arques mehrheitlich in den Traditionsbetrieb ein.

Um das Modehaus in Form zu bringen, müssen die neuen Eigentümer aber hohe Verluste ausbügeln. Denn Schöps hat im Vorjahr ein negatives Betriebsergebnis vor Zinsen von zehn Mio. Euro verbucht. Fünf Mio. waren Einmaleffekte. Der Umsatz sank um sechs auf 70 Mio. Euro. Das zeigt die Bilanz 2006, die in Kürze veröffentlicht wird. 2004 lagen die Verluste von Schöps bei 3,8 Mio. Euro. Arques hat jetzt einen scharfen Sparkurs eingeleitet.

Ein Dutzend unrentabler Filialen wurde geschlossen. Ein Fünftel der verbliebenen 100 Standorte dient nur noch als Diskonter, um Altbestände zu vertreiben. Neubert will einige von ihnen für Abverkaufsware erhalten. "Die anderen lassen wir auslaufen. Sie passen nach 20 Jahren Image als Billigladen nicht mehr zu unserer neuen Ausrichtung."

Schöps hat die Zahl der Mitarbeiter - fast ausschließlich Frauen - bisher um knapp 150 auf rund 700 reduziert, erläutert Neubert. "Es gibt keine arbeitsgerichtlichen Verfahren." Vieles davon sei über natürliche Fluktuation passiert. "Andere haben rasch einen neuen Job im Handel gefunden." Wie viele Arbeitsplätze mittelfristig erhalten bleiben, könne er derzeit noch nicht beziffern.

Schöps hat zugleich die Sortimente gestrafft. Herren- und Babymode verschwanden aus den Regalen, ebenso wie Markenjeans. Was bei Logistik und Filialen eingespart wurde, fließe etwa in Marketing und Ausbildung. Neubert: "Man kann eine Handelskette nicht übers Kostenmanagement sanieren. Da geht es ums Image, die Mitarbeiter, die richtige Ware."

Schöps werde aufgrund der Restrukturierung heuer weiter an Umsatz verlieren, sagt Neubert. Er will die Verluste einbremsen - doch die Kosten der Sanierung würden sich auch in der Bilanz 2007 mit mindestens fünf Mio. Euro niederschlagen. Nicht miteingerechnet sei der Aufwand für die Renovierung der Shops. "Es wurde hier ja jahrelang nichts investiert." Neubert verspricht für 2008 ein ausgeglichenes Ergebnis. Über dem Berg werde Schöps in zwei, drei Jahren sein. Und sind alle Hausaufgaben gemacht, sei auch Expansion geplant, etwa nach Tschechien, Ungarn und Rumänien.

Arques ist darauf spezialisiert, marode Firmen in Schuss zu bringen. Schöps - einst in österreichischem Familienbesitz - hat einige erfolglose Sanierungsversuche hinter sich. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.08.2007)