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Die Grünen wollen, dass Ökologieprobleme thematisiert werden.

Foto: APA/Techt
Wien – Die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste sind zwar noch weit weg, dennoch formiert sich bereits Widerstand. Österreich ist eines der ersten Länder in Europa, wo die Grünen aus Sorge um das ökologische Gleichgewicht in der Region einen Schulterschluss mit russischen Umweltgruppen machen und Druck auf Unternehmen ausüben, sich für einen sensiblen Aufbau der Olympia-Infrastrukur einzusetzen. "Die ökologische Zerstörung bei den Winterspielen 2014 muss eingedämmt werden", sagte die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ulrike Lunacek, dem Standard. Ziel sei es, österreichische Firmen und in der Folge auch Unternehmen aus anderen europäischen Ländern dazu zu bringen, auch in Sotschi geltende EU-Standards einzuhalten.

Gespräche mit der Strabag

Am Dienstag führte Lunacek zusammen mit der russischen Umweltaktivistin Tatjana Lisenko unter anderem Gespräche mit dem Baukonzern Strabag sowie dem Zement- und Baustoffkonzern Asamer, die neben einer Reihe anderer Unternehmen aus Österreich an der Errichtung der Olympiaparks interessiert sind. Sie sollen bei den Kontakten mit russischen Stellen darauf drängen, dass auch die lokale Bevölkerung eingebunden und Umweltbedenken Rechnung getragen wird.

Von sieben Austragungsorte, die innerhalb des Sotschi-Nationalparks geplant sind, sollen zwei Projekte direkt im Kaukasus-Biosphärereservat stehen: das Olympische Dorf in Krasnaya Polanya sowie die Bob- und Rodelbahn. Das Reservat ist Teil des seit 1999 bestehenden Unesco-Weltnaturerbes "Westkaukasus". Lisenko: "Wird das so gebaut, ist es vorbei mit dem letzten unberührten Berggebiet Europas." Ziel sei es, die Anlagen von dort in ein nicht ganz so sensibles Gebiet zu "verschieben". "Wir werden die Anliegen an unsere russischen Kontakte weiterleiten", sagte Strabag-Sprecher Christian Ebner. "Wenn wir beim Bau auf spezielle ökologische Aspekte Rücksicht nehmen können, werden wir das gerne tun."

Ökologieproblem thematisieren

Neben Gesprächen mit potenziellen Auftragnehmern bei Olympia 2014 will Lunacek mit Anfragen an Außenministerin Ursula Plassnik, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer auch erreichen, dass bei offiziellen Kontakten mit russischen Stellen auf das Ökologieproblem in Sotschi hingewiesen wird. (Günther Strobl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 29.8.2007)