Wien – Der Verdacht, dass der 19-jährige Robert A. Teile seines mutmaßlichen Mordopfers roh gegessen haben könnte, hat Österreich wieder in die Schlagzeilen internationaler Medien gebracht. Zeitungen, Fernsehen, Radio und Internetmedien berichteten vom "Kannibalen von Wien":

Sogar der US-Nachrichtenkanal CNN widmete dem "österreichischen Hannibal Lecter" einen mehrminütigen Beitrag. Simpel, aber einprägsam titelte (wie berichtet) die Online-Ausgabe der Bild Zeitung: "Deutscher isst Österreicher". Einen recht abgebrühten Titel leistete sich auch die taz mit "Opfer auf dem Teller". In Deutschland berichteten am Mittwoch zwölf Zeitungen über das Verbrechen.

Der deutsche Online-Dienst express.de wusste zu berichten, dass der "Kannibale vorm Frühstück" verhaftet worden sei. europolitan.de gab "Kannibalismus-Alarm" und ließ unter einem Bild von Anthony Hopkins wissen: "Deutscher Tourist verspeist Obdachlosen in Wien". Blick Online aus der Schweiz wiederum fand "Ausgeweidet und gefressen" für angemessen. Auf besonderes Interesse stieß der Fall auch in englischen Medien, die sich aber in Sachen Headline überraschenderweise zurückhaltend zeigten: ",Cannibal‘ arrested after eating homeless man's organs" lautete etwa die Schlagzeile in der Daily Mail. Ähnlich die italienische Gazzetta del Sud, die über den "Horror in Österreich, obdachloser Kannibale in Handschellen" berichtete.

Das zuvor letzte österreichische Ereignis, das für einen – freilich ungleich größeren – internationalen Medienhype gesorgt hatte, war die Flucht von Natascha Kampusch, die im August 2006 nach acht Jahren ihrem Entführer entkommen konnte. (APA, simo/DER STANDARD Printausgabe 30.8.2007)