Wien - Die Fremdwährungskredite sanken laut Nationalbank im zweiten gegenüber dem ersten Quartal dieses Jahres um 2,6 auf 48,7 Mrd. Euro. Den stärksten Rückgang verzeichneten die privaten Haushalte (-1,4 Mrd. Euro). Aber auch bei den Unternehmen waren die Kredite (-0,8 Mrd. Euro) rückläufig, teilte die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag mit.

Insgesamt haben die österreichischen Privathaushalte ihren Bestand an Fremdwährungskrediten von 34,5 Mrd. Euro im ersten Quartal auf 33,1 Mrd. Euro im zweiten Quartal reduziert. Fremdwährungskredite haben für den privaten Wohnbau eine enorme Bedeutung. An die 22,8 Mrd. Euro (68,9 Prozent) des gesamten Volumens von 33,1 Mrd. Euro werden für die Wohnbaufinanzierung verwendet.

Auch im Unternehmensbereich hat es einen deutlichen Rückgang von 0,8 Mrd. Euro (-7 Prozent) gegeben. Mit 10,6 Mrd. Euro wurden somit nur mehr 21,7 Prozent aller Fremdwährungskredite von Firmenseite in Anspruch genommen. Im Vergleich dazu lag der Unternehmensanteil im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch bei 26,1 Prozent. Gemessen am gesamten Kreditvolumen dieses Sektors lag der Anteil der Fremdwährungen im Unternehmensbereich im zweiten Quartal 2007 nur mehr bei 8,8 Prozent.

Trend zum Euro

Vor allem das Interesse an Fremdwährungskrediten in Schweizer Franken habe stark nachgelassen, so die OeNB. Das Volumen sank gegenüber dem ersten Quartal um ganze 2,7 Mrd. Euro (-5,7 Prozent). Auch Zinsspekulationen mit dem japanischen Yen waren um 0,2 Mrd. Euro (-9,9 Prozent) im zweiten Quartal deutlich rückläufig. Hierzulande würden die Kreditnehmer bei ihren Zinsspekulationen aber vornehmlich auf den Schweizer Franken und nicht auf den japanischen Yen setzen, erklärte dazu kürzlich Nationalbank-Direktor Peter Zöllner. Generell spricht die OeNB von einem fortgesetzten Trend, Kredite in Euro zu konvertieren.

Bei Fremdwährungskrediten in Dollar gab es im zweiten Quartal einen leichten Anstieg um 0,1 Mrd. Euro (+1,9 Prozent) auf 2,6 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Jahresbeginn sank der Stand der Dollarkredite aber um 8,3 Prozent.

Das größte Wachstum gab es im Bereich der europäischen Währungen (exklusive dem Euro). Vor allem Fremdwährungskredite in Tschechischen Kronen waren nach Angaben der OeNB stark nachgefragt. Seit Jahresbeginn stiegen Kredite in europäischen Währungen insgesamt von rund 0,4 auf 0,8 Mrd. Euro, davon wurden 501 Mio. Euro bzw. 62,8 Prozent des Bestandes in Tschechischen Kronen vergeben. (APA)