Trotz heftiger Kritik haben die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender bekräftigt, künftig mehr Angebote im Internet zu machen. ARD-Vorsitzende Fritz Raff forderte die Politik am Freitag zum Auftakt der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin auf, die rechtlichen Rahmenbedingungen "schleunigst an die neuen Gegebenheiten " anzupassen. Ansonsten werde Deutschland bei der Digitalisierung der Medienwelt im internationalen Wettbewerb zum Schlusslicht werden. Kritik Kritik an einer weiteren Expansion der Online-Aktivitäten von ARD und ZDF hatten zuletzt der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) geübt. Schon die bestehenden Internetangebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks drohten, die Vielfalt privatwirtschaftlich organisierter Medien in Deutschland nachhaltig zu beeinträchtigen, begründeten die Verlegerverbände. Die von den Sendern angekündigte Erweiterung unterlaufe die Vorgaben der EU-Kommission. Die deutsche Regierung müsse die von der EU-Kommission festgestellten Wettbewerbsverzerrungen beseitigen. Stellung Raff betonte dagegen auf dem Presseforum der Produktions- und Technikkommission von ARD und ZDF, Hörfunk, Fernsehen und Online würden sich zu einem vernetzten Medienverbund entwickeln. "Das kann man auf Dauer nicht ignorieren." Der öffentlich-rechtliche Rundfunk werde sich nicht von den Entwicklungen der modernen Medienwelt abkoppeln. Neue digitale Plattformen würden offensiv genutzt. Denn Video- und Audioportale im Internet würden den veränderten Nutzungsgewohnheiten Rechnung tragen und Zuschauern und Zuhörern ermöglichen, Sendungen und Beiträge zeitsouverän und kostenfrei zu nutzen. Portal Das ZDF bietet mit der "ZDFmediathek" bereits ein digitales Portal, das auf der IFA in erweiterter Form präsentiert wird. Möglich sind unter anderem ein Sieben-Tage-Rückblick für viele Sendungen, Live-Streams und interaktive Anwendungen. Das Mediathek-Angebot kann den Angaben zufolge nicht nur auf dem PC, sondern auch auf dem Fernsehgerät oder über internetfähige Mobiltelefone abgerufen werden. Die ARD zeigt ein neu gestaltetes Video- und Audioportal, das als virtuelle Eingangstür zu den ARD-Landesrundfunkanstalten führt. (APA)