Caracas - Venezuela hat 27 Häftlinge aus Kolumbien freigelassen, um auf diese Weise die Bemühungen um einen Gefangenenaustausch im Nachbarland voranzubringen. Staatschef Hugo Chavez begnadigte am Samstag die Häftlinge, die vor drei Jahren unter Putschvorwürfen verhaftet und danach wegen Beteiligung an einer Revolte verurteilt wurden. Die 27 Kolumbianer wurden mit einem Bus in ihre Heimat gebracht.

"Schwierige Verhandlungen"

Chavez sagte in Caracas, er erwarte nun ein baldiges Treffen mit einem hochrangigen Vertreter der Guerillabewegung Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Venezuela will als Vermittler erreichen, dass die FARC etwa 45 Geiseln freilässt, wenn im Gegenzug mehrere hundert Guerilleros aus kolumbianischen Gefängnissen freikommen. Unter den Geiseln sind auch die frühere Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt und drei US-Bürger. Chavez räumte ein, dass er schwierige Verhandlungen erwarte. "Aber nicht ist unmöglich, wenn man mit dem ganzen Herzen dabei ist."

Unterdessen bereitet das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Bergung der Leichen von elf Geiseln vor, die im Sommer erschossen wurden. Dabei handelt es sich um Abgeordnete von Regionalparlamenten, die vor fünf Jahren entführt wurden. Die kolumbianische Regierung warf der FARC vor, die Geiseln ermordet zu haben. Die Guerilleros gaben jedoch an, die Geiseln seien bei einem Angriff auf ihr Lager ins Kreuzfeuer geraten. (APA/AP)